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Dornier Museum Friedrichshafen Flugboot Dornier Do Gs I

Collection: Flugboot Dornier Do Gs I ( Dornier Museum Friedrichshafen )

About the collection

Flugboot Dornier Gs I
100 Jahre Versenkung der Gs I in der Kieler Bucht

[Dokumente aus dem Archiv des Dornier Museum für Luft- und Raumfahrt in Friedrichshafen]

Ab Dezember 1914 entwickelte Claude Dornier in seiner Abteilung „Do“ mit einem kleinen Stab von Konstrukteuren und Zeichnern in Seemoos seine ersten Flugboote. Mit Flugbooten wie der Rs I bis Rs IV entstanden damals unter seiner Leitung zentrale, zukunftsweisende Konstruktionstraditionen.

Als Hochdecker hatte die Gs I mit ihren Tandemmotoren und Flossenstummeln bereits alle Merkmale, die für Dorniers spätere Flugboote als Markenzeichen gelten.

Mit Ende des 1. Weltkrieges im Jahre 1919 wurden weitere Entwicklungen Claude Dorniers gestoppt. Der Versailler Vertrag untersagte vorerst den militärischen Flugzeugbau in Deutschland, sodass Dornier die Gs I zu einem 6-sitzigen Passagierflugzeug umbauen ließ. Der erfolgreiche Erstflug fand am 30. Juni 1919 statt, sodass Dornier Vorführungen in der Schweiz und den Niederlanden plante. Als das Flugboot auf dem Weg zu einer Vorführung in Kiel lag, trat der Ablieferungszwang des Versailler Vertrages für Flugzeuge in Kraft. Um einer Beschlagnahmung des Flugbootes und der damit verbundenen Auslieferung geistigen Eigentums zuvorzukommen, ließ Dornier den einzigen Prototypen in der Nacht vom 24. auf den 25. April 1920 in der Kieler Förde versenken.

"In der Nacht vom 24.&25.4. wurde der vordere Motor ausgebaut und das Flugzeug klar zum Zuwasserbringen gemacht. [...] Um 7 Uhr morgens haben wir das Boot mit Hilfe einiger Leute von der Station, denen wir sagten, das Flugzeug solle nach Warnemünde abgeschleppt werden, zu Wasser gebracht. In der Kieler Bucht schwacher Nebel und Regen. [...] Während des Schleppens machten wir alles klar zum Wegsackenlassen. Sämtliche Schottwände wurden durchgeschlagen. Die untere Seite der Flächenbespannung wurde, als wir ziemlich weit aus der Bucht hinaus waren, aufgeschnitten. Die obere Seite hatten wir vorher in der Halle aufgeschnitten. [...] Bei der Boje "Kiel I" schwenkten wir vom Fahrwasser nach NW. ab. [...] Das Wasser hier hatte eine Tiefe von 18 m. [...] In jede Bootsabteilung wurden soviel Löcher wie irgendmöglich hineingeschlagen." (letzter Bordbericht Gs I aus den Erinnerungen des Herrn Obermeister Heinrich Triller S. 13 - 15)

Sammlungsfoto: EADS / Airbus Corporate Heritage

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