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Bezirksmuseum Buchen Jüdische Familien aus Buchen und Umgebung

Jüdische Familien aus Buchen und Umgebung

In den 1920er und 1930er Jahren hat Karl Weiß seine Atelieraufnahmen beschriftet, indem er die Namen der porträtierten Personen in die Schichtseite der Glasplatten einritzte. Obwohl sich keine schriftlichen Aufzeichnungen zum Weiß’schen Bildarchiv erhalten haben, lassen sich so dennoch viele der Dargestellten identifizieren. Unter den Aufnahmen finden sich eine ganze Reihe von Einzel- oder Gruppenporträts, die den jüdischen Familien im Landkreis Buchen zugeordnet werden können, darunter zwei Frauen, die dem Holocaust zum Opfer gefallen sind: Marie Wolf und Frederike Oppenheimer.

[ 33 Objects ]

Hella Levi

Hella Amelie Levi (geb. am 15. Juli 1923 in Buchen), die Tochter von Herbert Levi (geb. am 21. Mai 1894 in Breisach) und Susanne (Susi) Levi (geb. am 21. Mai 1897 in Buchen). Die Aufnahme entstand zur Einschulung Hellas im Jahr 1930. Mit einem Kindertransport kam Hella zusammen mit ihrem Bruder Albrecht im Frühjahr 1939 nach England zu einer Pflegemutter, während die Eltern nach Südrhodesien emigriert waren. Nach dem Krieg studierte Hella Pharmazie und wurde Apothekerin.

Angaben nach den Erhebungsbogen der Dokumentationsstelle zur Erforschung der Schicksale der jüdischen Bürger Baden-Württembergs während der nationalsozialistischen Verfolgungszeit 1933-1945 im Hauptstaatsarchiv Stuttgart.

Hella Levi

Hans Joachim Neuberger

Hans Joachim Neuberger aus Hainstadt, aufgenommen zur Einschulung 1931. Der Fotograf Karl Weiß hat bei Kinderaufnahmen meist den Vaternamen auf den Glasplatten vermerkt, hier "Josef Neuberger". Hans Joachim (geb. am 9. Juli 1924 in Buchen, gest. am 1. Januar 1997, begr. Beth Israel Cemetery in Portland/Oregon) war der jüngste von drei Söhnen der Eheleute Josef und Jette Neuberger. Er ist 1940 zusammen mit seinen Eltern über die Schweiz in die USA emigriert. Die beiden älteren Brüder, Berthold und Gerson, waren schon früher in die Vereinigten Staaten ausgewandert.

Hans Joachim Neuberger

Jakob Neuberger

Jakob Neuberger (1850-1937) aus Hainstadt. Verheiratet war Neuberger mit Frederika Freudenstein (1848-1912). Das Ehepaar hatte sieben Kinder, vier Söhne und drei Töchter, die bis zum Jahr 1941 alle in die USA emigriert waren: Gerson (1877-1960), Josef (1890-1978), Berthold (1883-1965), und Sigmund (1890-1978) sowie die Töchter Emma, verheiratete Fischl (1875-1965), die 1937 ihren Neffen Kurt Rosenbaum (1922-2012) bei sich aufnahm, dann Johanna, verheiratete David (1878-1926), die Mutter von Friedel David, und schließlich Fanny, verheiratete Rosenbaum (1887-1968), die Mutter von Kurt Rosenbaum.

Angaben nach: US Holocaust Memorial Museum Washington, Sigmund Neuberger Papers | Accession Number 2017.435.1

Jakob Neuberger

Der Lehrer Willi Wertheimer

"Der als Sohn des jüdischen Lehrers Emanuel Wertheimer im Jahre 1897 geborene Willi (er war das 9. Kind der Familie) besuchte die Hardheimer Volksschule; danach absolvierte er eine Lehrerausbildung zunächst an der israelitischen bayrischen Präparandenanstalt in Höchberg bei Würzburg, ab 1913 am jüdischen Lehrerseminar in Köln. Ab Ende 1916 nahm er als Soldat am Ersten Weltkrieg teil. Nach dem Krieg nahm er seinen Dienst an der Badischen Landessynagoge auf und ging als Lehrer in die jüdische Gemeinde Eubigheim; seine zweite Lehrerstelle trat er im Jahre 1924 in Buchen an, wo er bis zu seiner Emigration in die USA 1938 lebte. Während ihm, seiner Frau Jennia und Tochter Ruth die Auswanderung aus NS-Deutschland gelang, wurde seine übrige Familie - sieben Geschwister und deren Familien - Opfer des Holocaust. Bereits in den 1920er Jahren hatte Wertheimer sich für die zionistische Idee begeistert, und so wurde er ehrenamtlich für den Jüdischen Nationalfond (Keren Kajemeth Lejisrael) tätig. Nach 1945 setzte Wertheimer seine Tätigkeit von New York (Brooklyn) aus fort. Auf seine Initiative hin wurde ein 'Gedenkwald' bei Haifa angelegt - als Denkmal für die 12.000 gefallenenen Juden des Ersten Weltkriegs. Gleichzeitig engagierte er sich an führender Stelle für die Errichtung des 'Forest of the Jews Formerly from Central Europe', der 1962 als Teil des 'Waldes der Märtyrer' gepflanzt wurde. Ende der 1970er Jahre suchte der inzwischen 81jährige Wertheimer den Ort seiner Kindheit auf. Anfang des Jahres 1982 verstarb Willi Wertheimer in New York." Zit. nach http://www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/h-j/842-hardheim-odenwald-baden-wuerttemberg.

Der Lehrer Willi Wertheimer

Salomon Salm mit Ehefrau Gida

Salomon Salm (geb. am 17. Juli 1867 in Bödigheim, gest. am 23. Oktober 1948 in Queens/New York) mit seiner Ehefrau Auguste Ida (genannt Gida), geb. Haas (geb. am 17. Juni 1870, gest. am 14. April 1941 in Kings/New York). Salm war Besitzer eines Krämerladens in der Hindenburgstraße 6. Zeitweise war er auch Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Bödigheim. Das Ehepaar hatte vier Kinder: die Zwillinge Simon (geb. 26. März 1893 in Bödigheim, gest. 10. April 1955) und Edmund (geb. am 26. März 1993, gest. am 10. August 1918 an den Folgen einer Kriegsverletzung) sowie die beiden Mädchen Selma (geb. am 12. Mai 1896 in Bödigheim, verh. Kiesler) und Klara (geb. am 17. Juni 1897 in Bödigheim). Die Eheleute Salm ist mit den beiden Mädchen im August 1939 in die USA emigriert, wo sie in New York bei dem bereits früher ausgewanderten Sohn Simon unterkamen.

Daten nach den Erhebungsbogen der "Dokumentationsstelle zur Erforschung der Schicksale der jüdischen Bürger Baden-Württembergs während der nationalsozialistischen Verfolgungszeit 1933-1945" im Hauptstaatsarchiv Stuttgart.

Salomon Salm mit Ehefrau Gida

Das Ehepaar Oppenheimer 1937

Der Kaufmann Adolf Oppenheimer (geb. 4. Sept. 1879 in Buchen) und seine Frau, Friederike Oppenheimer, geb. Lehmann (geb. 18.01.1885 in Weinheim an der Bergstraße). 1906 hatte das Paar in Weinheim geheiratet. Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 1937. Die beiden Söhne der Oppenheimers, Bernhard (geb. 26. August 1910) und Ernst (geb. 2. Mai 1918) waren zu dieser Zeit bereits in die USA emigriert. Die Tochter Frieda (geb. 38. Juli 1907) hatte 1930 in Buchen Julius Oppenheimer (geb. 3. März 1895 in Reichenbach) geheiratet und wohnte in Vierheim. Das Ehepaar zog 1939 zur Mutter von Friederike Oppenheimer nach Weinheim. Während Adolf Oppenheimer sich als Sechzigjähriger zur Emigration entschlossen hatte und sich am 13. Mai 1939 in Hamburg an Bord des Hapag Lloyd-Dampfers "St. Louis" nach Havanna/Kuba einschiffte, blieb Friederike Oppenheimer bei ihrer Mutter in Weinheim. Die beiden Frauen wurden am 22. Oktober 1940 verhaftet und nach Gurs deportiert. Von dort wurde Friederike Oppenheimer am 10. August 1942 nach Auschwitz verschleppt und umgebracht. Ihre Mutter Emma Lehmann starb im Lager von Gurs am 11. Januar 1943 im Alter von 84 Jahren. Adolf Oppenheimer erlebte an Bord der St. Louis eine wochenlange Irrfahrt: Weder auf Kuba noch in den USA erhielt das Schiff mit 937 jüdischen Passagieren eine Landeerlaubnis. Erst kurz vor der Rückkehr nach Hamburg gelang es dem Kapitän Gustav Schröder (1885-1959), die bedrohten Passagiere am 17. Juni 1939 in Antwerpen von Bord zu bringen. Etwa ein Viertel der Passagiere wurde im rettenden England, die anderen in Belgien, Frankreich und den Niederlanden verteilt, wo sie während der deutschen Besatzung wieder in die Gewalt der Nazis gelangten und später in die Vernichtungslager gebracht wurden. Vielleicht mit Hilfe seiner Söhne ist Adolf Oppenheimer am Ende doch noch in die USA gelangt: Am 16. Januar 1942 erscheint in der deutsch-jüdischen Zeitung "Der Aufbau" eine von ihm aufgegebene Suchanzeige, die seine Adresse in Brooklyn nennt: "Adolf Oppenheimer (fr. Buchen, Odenwald), 458 Jamaica Ave., Brooklyn, N.Y."

Das Ehepaar Oppenheimer 1937

Ladengeschäft Abraham Wolf in Buchen

Die Aufnahme zeigt das Ladengeschäft von Abraham Wolf (geb. am 1. Nov. 1851 in Buchen, gest. am 19. Juli 1927 ebd.) in Buchen, Marktstraße 135. Auf der Eingangstreppe Herbert Levi (geb. am 14. Juni 1894 in Breisach), der Schwiegersohn von Abraham Wolf. Wolfs Tochter Susi (geb. am 21. Mai 1897 in Buchen, gest. 1985) hatte den aus Breisach stammenden Kaufmann 1921 geheiratet. Das Ehepaar führte seither das elterliche Geschäft für Leder- und Textilwaren. Der Nebeneingang des Hauses ist über der Tür mit einer Tafel "Bankgeschäft" versehen.

Ladengeschäft Abraham Wolf in Buchen

Ladengeschäft Abraham Wolf in Buchen

Die Aufnahme zeigt das Leder- und Textilwarengeschäft in der Marktstraße 12 in Buchen. Eigentümer des Geschäftes war bis zu seinem Tod der Kaufmann Abraham Wolf (1851-1927). Seit 1921 führte das Ehepaar Susi und Herbert Levi den Betrieb. Susi Wolf (1897-1985) war die Tochter von Abraham Wolf. Plakate in den Schaufenstern zeigen, dass die Familie Levi zusätzlich zu dem Handel mit Textilien eine Reise Agentur betrieben hat. Die Plakate werben für "2 Orientfahrten 1927", den "Norddeutschen Lloyd Bremen" und die "Columbus" sowie für "Nordamerika" und "Süd-Brasilien". Über dem Nebeneingang rechts weist der Schriftzug "Bankgeschäft" darauf hin, das hier Geld- und Devisengeschäfte abgewickelt werden konnten. An der Tür zum Haupteingang Abraham Wolf und Susi Levi mit Ihrer Tochter Hella. Susi und Herbert Levi emigrierten 1938/39 unter dramatischen Umständen nach Südrhodesien, die Kinder Hella und Albrecht wurden 1939 nach England gebracht.

Ladengeschäft Abraham Wolf in Buchen

Marie Wolf

Die Aufnahme zeigt Marie Wolf (geb. 6. Sept. 1899 in Buchen), Tochter von Abraham Wolf (geb. am 1. Nov. 1851 in Buchen, gest. am 19. Juli 1927 ebd.) und Betty Wolf, geb. Adler (geb. am 5. Juni 1863 in Laupheim, gest. am 24. Dez. 1941 ebd.). Frdl. Mitteilung von Walter Jaegle, Buchen.

Im Unterschied zu ihrer Schwester Susi Wolf, der zusammen mit ihrem Ehemann Herbert Levi die Emigation nach Südrhodesien gelang, wurde Marie Wolf am 22. Oktober 1940 an ihrem Wohnort Baden-Baden festgenommen und in das Internierungslager Gurs/Südfrankreich deportiert; am 12. August 1942 ist sie mit Transport 18, Zug 901-13 von Gurs nach Auschwitz-Birkenau verschleppt worden, wo sie ermordet wurde (Angaben nach Beate u. Serge Klarsfeld: Le mémorial de la déportation des Juifs de France, Paris 1978).

Marie Wolf

Ehepaar Israel

Doppelporträt Ehepaar Israel aus Hainstadt. Im Bildarchiv hat sich ein zweites, einige Jahre früher, um 1925 entstandenes Porträt erhalten (vgl. Abb. 2).

Es handelt sich wahrscheinlich um Emanuel Israel (geb. 7. April 1859) und Mina Israel (geb. 12. Nov. 1863, gest. 17. April 1937) aus Hainstadt. Emanuel (genannt Mengko oder Mengo) Israel war Textilhändler und Gemeindevorsteher.

Die Aufnahme könnte 1929 zum 70. Geburtstag von Emanuel Israel entstanden sein, über den die Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Mai 1929 berichtet: "Hainstadt (Baden), 3. Mai. Am 7. April beging in aller Stille Herr Emanuel Israel seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar ist noch einer von jener 'alten Garde', die in den kleinen Gemeinden leider immer seltener werden. Herr Israel wirkte auch jahrelang als Vorsteher in der Gemeinde. Möge dem Jubilar ein heiterer Lebensabend bescheiden sein. (Alles Gute) bis 120 Jahre."

(Lebensdaten nach: Personenstandsregister jüdischer Gemeinden in Württemberg, Baden und Hohenzollern, HtAS J 386 Bü. 84, Bödigheim Sterbefälle 1899-1939, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-440599).

Ehepaar Israel

Hella und Albrecht Levi (II)

Hella und Albrecht Levi, die Kinder von Herbert Levi und Susi Wolf. Die Aufnahme ist um 1930 entstanden. Herbert und Susi Levi führten seit 1922 das elterliche Leder- und Textilwarengeschäft Abraham Wolf in der Marktstraße 12 in Buchen. Die Kinder konnten im Frühjahr 1939 mit einem Kindertransport nach England gebracht werden. Ihr Vater war schon im Jahr zuvor nach Südrhodesien emigriert. Um das Einreisevisum zu erhalten, musste sich Herbert Levi für vier Jahre als Farmarbeiter verpflichten. Seine Frau Susi folgte ihm 1939, nachdem die Kinder in Sicherheit gebracht worden waren.

Angaben nach den Erhebungsbogen der Dokumentationsstelle zur Erforschung der Schicksale der jüdischen Bürger Baden-Württembergs während der nationalsozialistischen Verfolgungszeit 1933-1945 im Hauptstaatsarchiv Stuttgart.

Hella und Albrecht Levi (II)

Samuel Feierabend

Knabenporträt, bez. "Schüler Samuel Feierabend Bödigheim".

Samuel Feierabend

Friedel David

Kurt Rosenbaums Cousine Friederike (Friedel) David (geb. 9. Okt. 1915 in Weinheim), Tochter von Metzgermeister Karl David (1876-1917) aus Weinheim und Johanna David, geb. Neuberger (1878-1926) aus Hainstadt.

Die ältere Schwester von Friedel David, Bertha (geb. 1906), war nach dem Tod der Mutter 1927 in die USA ausgewandert und lebte seitdem im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Zusammen mit ihrem Bruder Hermann (1913-1988) emigrierte Friedel David im Frühjahr 1934 in die USA, wo beide von der Schwester aufgenommen wurden.

Friedel David

Kurt Rosenbaum Einschulung

Kurt Rosenbaum (1922-2012) als ABC-Schütze. Aufnahme zur Einschulung. Die Grundschule besucht Kurt an seinem Heimatort. Als er 1935 auf das Gymnasium in Buchen wechselt, wird er gemobbt und verprügelt weil er Jude ist. Um dem ein Ende zu bereiten, schicken die Eltern Kurt nach Frankfurt, damit er am Philanthropin einen Schulabschluss machen kann.

Kurt Rosenbaum Einschulung

Kurt und Ruth Rosenbaum

Die Geschwister Ruth und Kurt Rosenbaum (1922-2012); Kurt im Frack.

Kurt und Ruth Rosenbaum

Kurt Rosenbaum

Kurt Rosenbaum (1922-2012) als Schreiner.

Kurt Rosenbaum

Kurt und Ruth Rosenbaum

Die Geschwister Kurt (1922-2012) Rosenbaum und Ruth Rosenbaum.

Kurt und Ruth Rosenbaum

Fannie Rosenbaum mit ihren Kindern

Die jüdische Familie Rosenbaum aus Hainstadt. Abgebildet ist Frau Fannie Rosenbaum, geb. Neuberger (1887-1968), mit ihrer Tochter Ruth auf dem Schoß, Sohn Kurt (1922-2012) auf der Bank und dessen Cousine Friedel David hinter der Bank. Ehemann Moritz Rosenbaum fehlt auf dem Bild. Kurt ist 1922 geboren, das Bild könnte also aus den Jahren 1926-1930 stammen. Die Familie hatte in Hainstadt an der Stelle, wo heute die Volksbank steht, ein Textilgeschäft. Der linke Teil des aktuellen Bankgebäudes beherbergte das ehemalige Textilgeschäft. 1939 gelang es der Familie noch, in die USA auszureisen. Kurt Rosenbaum war seit den 1970er Jahren mit seiner Ehefrau Inge und den Kindern Mike und Lisa oft zu Besuch in Hainstadt. Er ist 2012 in den USA verstorben.

Fannie Rosenbaum mit ihren Kindern

Kurt Rosenbaum als Jockey

Kurt Rosenbaum als Jockey verkleidet.

Kurt Rosenbaum als Jockey

Ehepaar Reich

Doppelporträt "Adolf Reich" mit Ehefrau.

Ehepaar Reich

Jeanette Bär

Jeanette Bär (geb. 6. Juni 1855 in Edelfingen, gest. 26. März 1938 in Buchen), Witwe von Leopold Bär (1852-1928). Leopold Bär, der langjährige Vorstand der israelitischen Gemeinde in Buchen und Gründungsmitgliede sowie Beirat im Verein Bezirksmuseum, war durch einen Unfall kurz vor Vollendung seines 77. Lebensjahres ums Leben gekommen.

Das Foto ist wahrscheinlich aus Anlass des 80. Geburtstages von Jeanette Bär entstanden, über den die Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. Juni 1935 berichtete: "Buchen, 5. Juni. Am 11. [sic!] Juni feiert Witwe Jeanette Bär, die Gattin des vor einigen Jahren verstorbenen Leopold Bär (Vorsteher unserer Gemeinde und Mohel [= Beschneider]) ihren 80. Geburtstag in körperlicher und geistiger Frische. Weit über die Gemeinde hinaus ist die Jubilarin wegen ihres lauteren Charakters, ihrer wahren Frömmigkeit und ihres edlen Wohltätigkeitssinnes bekannt. (Alles Gute) bis 120."

(Lebensdaten nach: Personenstandsregister jüdischer Gemeinden in Württemberg, Baden und Hohenzollern, HtAS J 386 Bü. 84, Bödigheim Sterbefälle 1899-1939, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-440599; alle weiteren Angaben nach http://www.alemannia-judaica.de).

Jeanette Bär

Hella und Albrecht Levi (III)

Hella und Albrecht Levi, die Kinder von Herbert Levi und Susi Wolf. Die Aufnahme ist um 1932 entstanden. Herbert und Susi Levi führten seit 1922 das elterliche Leder- und Textilwarengeschäft Abraham Wolf in der Marktstraße 12 in Buchen. Die Kinder konnten im Frühjahr 1939 mit einem Kindertransport nach England gebracht werden. Ihr Vater war schon im Jahr zuvor nach Südrhodesien emigriert. Um das Einreisevisum zu erhalten, musste sich Herbert Levi für vier Jahre als Farmarbeiter verpflichten. Seine Frau Susi folgte ihm 1939, nachdem die Kinder in Sicherheit gebracht worden waren.

Albrecht (geb. am 23. Oktober 1927), hatte von 1934 bis 1936 die Volksschule in Buchen besucht und war danach vorübergehend im Jüdischen Landschulheim Herrlingen untergebracht worden; von April 1937 bis November 1938 und im Februar und März 1939 lebte er in der Wilhelmspflege in Esslingen am Neckar. Nachdem er im März 1939 mit seiner Schwester nach England zu Pflegeeltern gekommen war, konnte er seine Schulbildung fortsetzen und studierte bis 1945 an der Universität London Ingenieurwissenschaft.

Angaben nach den Erhebungsbogen der Dokumentationsstelle zur Erforschung der Schicksale der jüdischen Bürger Baden-Württembergs während der nationalsozialistischen Verfolgungszeit 1933-1945 im Hauptstaatsarchiv Stuttgart.

Hella und Albrecht Levi (III)

Familie Rosenbaum 1932

Der für den Festzug geschmückte Wagen der Familie Rosenbaum vor dem Haus des Fotografen in Buchen. Anlass war das 50. Stiftungsjubiläum des Männergesangvereins Hainstadt in der Zeit vom 11. bis 13. Juli 1932. Von rechts nach links: Moritz Rosenbaum (geb. am 27. Juni 1885 in Münholzhausen/Hessen, gest. am 2. Nov. 1948 in Brooklyn/New York), Manufakturwarenhändler in Hainstadt, daneben Friedel David (geb. am 9. Okt. 1915 in Weinheim), die Nichte der Rosenbaums, davor die Mutter, Fanny Rosenbaum geb. Neuberger (1887-1968), die Tochter Ruth Rosenbaum, Theodor Reinhard als Fahrer und der Sohn Kurt Rosenbaum (1922-2012). Frdl. Mitteilung von Dr. Bernhard Breunig.

Familie Rosenbaum 1932

Josef Neuberger mit Familie

Josef Neuberger (geb. am 20. August 1880 in Hainstadt, gest. am 10. Dezember 1961 in Baker County/Oregon, begr. Beth Israel Cemetery in Portland) mit seiner Ehefrau Jette, geb. Braun (geb. am 31. Mai 1888 in Hochhausen/Baden, gest. am 30. September 1965 in Baker County/Oregon, begr. Beth Israel Cemetery in Portland). Die beiden hatten am 3. April 1913 geheiratet. Ihre Söhne wurden alle in Buchen geboren: Gerson (geb. am 27. September 1914), Berthold (geb. am 3. September 1916) und Hans Joachim (geb. am 9. Juli 1924, gest. am 1. Januar 1997, begr. Beth Israel Cemetery in Portland). Der jüngste Sohn Hans Joachim emigrierte mit seinen Eltern 1940 über die Schweiz in die USA. Die beiden älteren Söhne, Gerson und Berthold, waren schon früher in die Vereinigten Staaten ausgewandert, und wurden von ihren beiden Onkeln gleichen Namens in Oregon aufgenommen.

Daten nach den Erhebungsbogen der Dokumentationsstelle zur Erforschung der Schicksale der jüdischen Bürger Baden-Württembergs während der nationalsozialistischen Verfolgungszeit 1933-1945 im Hauptstaatsarchiv Stuttgart.

Josef Neuberger mit Familie