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Bezirksmuseum Buchen Jüdische Familien aus Buchen und Umgebung

Jüdische Familien aus Buchen und Umgebung

In den 1920er und 1930er Jahren hat Karl Weiß seine Atelieraufnahmen beschriftet, indem er die Namen der porträtierten Personen in die Schichtseite der Glasplatten einritzte. Obwohl sich keine schriftlichen Aufzeichnungen zum Weiß’schen Bildarchiv erhalten haben, lassen sich so dennoch viele der Dargestellten identifizieren. Unter den Aufnahmen finden sich eine ganze Reihe von Einzel- oder Gruppenporträts, die den jüdischen Familien im Landkreis Buchen zugeordnet werden können, darunter drei Frauen, die dem Holocaust zum Opfer gefallen sind: Marie Wolf, Rosa Marx und Frederike Oppenheimer.

[ 41 Objects ]

E. Haas aus Bödigheim

E. Haas aus Bödigheim. Wahrscheinlich handelt es sich um Edwin Haas, geboren am 30. August 1904 in Bödigheim, am 22. Oktober 1940 in das Internierungslager Gurs deportiert und von dort am 14. August 1942 nach Auschwitz verschleppt, wo Edwin Haas am 4. September 1942 ermordert wurde (Daten nach: https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de833868).
[Axel Burkarth]

E. Haas aus Bödigheim

Hella und Albrecht Levi (III)

Hella und Albrecht Levi, die Kinder von Herbert Levi und Susi Wolf. Die Aufnahme ist um 1932 entstanden. Herbert und Susi Levi führten seit 1922 das elterliche Leder- und Textilwarengeschäft Abraham Wolf in der Marktstraße 12 in Buchen. Die Kinder konnten im Frühjahr 1939 mit einem Kindertransport nach England gebracht werden. Ihr Vater war schon im Jahr zuvor nach Südrhodesien emigriert. Um das Einreisevisum zu erhalten, musste sich Herbert Levi für vier Jahre als Farmarbeiter verpflichten. Seine Frau Susi folgte ihm 1939, nachdem die Kinder in Sicherheit gebracht worden waren.

Albrecht (geb. am 23. Oktober 1927), hatte von 1934 bis 1936 die Volksschule in Buchen besucht und war danach vorübergehend im Jüdischen Landschulheim Herrlingen untergebracht worden; von April 1937 bis November 1938 und im Februar und März 1939 lebte er in der Wilhelmspflege in Esslingen am Neckar. Nachdem er im März 1939 mit seiner Schwester nach England zu Pflegeeltern gekommen war, konnte er seine Schulbildung fortsetzen und studierte bis 1945 an der Universität London Ingenieurwissenschaft.

Angaben nach den Erhebungsbogen der Dokumentationsstelle zur Erforschung der Schicksale der jüdischen Bürger Baden-Württembergs während der nationalsozialistischen Verfolgungszeit 1933-1945 im Hauptstaatsarchiv Stuttgart.

Hella und Albrecht Levi (III)

Familie Rosenbaum 1932

Der für den Festzug geschmückte Wagen der Familie Rosenbaum vor dem Haus des Fotografen in Buchen. Anlass war das 50. Stiftungsjubiläum des Männergesangvereins Hainstadt in der Zeit vom 11. bis 13. Juli 1932. Von rechts nach links: Moritz Rosenbaum (geb. am 27. Juni 1885 in Münholzhausen/Hessen, gest. am 2. Nov. 1948 in Brooklyn/New York), Manufakturwarenhändler in Hainstadt, daneben Friedel David (geb. am 9. Okt. 1915 in Weinheim), die Nichte der Rosenbaums, davor die Mutter, Fanny Rosenbaum geb. Neuberger (1887-1968), die Tochter Ruth Rosenbaum, Theodor Reinhard als Fahrer und der Sohn Kurt Rosenbaum (1922-2012). Frdl. Mitteilung von Dr. Bernhard Breunig.

Familie Rosenbaum 1932

Josef Neuberger mit Familie

Josef Neuberger (geb. am 20. August 1880 in Hainstadt, gest. am 10. Dezember 1961 in Baker County/Oregon, begr. Beth Israel Cemetery in Portland) mit seiner Ehefrau Jette, geb. Braun (geb. am 31. Mai 1888 in Hochhausen/Baden, gest. am 30. September 1965 in Baker County/Oregon, begr. Beth Israel Cemetery in Portland). Die beiden hatten am 3. April 1913 geheiratet. Ihre Söhne wurden alle in Buchen geboren: Gerson (geb. am 27. September 1914), Berthold (geb. am 3. September 1916) und Hans Joachim (geb. am 9. Juli 1924, gest. am 1. Januar 1997, begr. Beth Israel Cemetery in Portland). Der jüngste Sohn Hans Joachim emigrierte mit seinen Eltern 1940 über die Schweiz in die USA. Die beiden älteren Söhne, Gerson und Berthold, waren schon früher in die Vereinigten Staaten ausgewandert, und wurden von ihren beiden Onkeln gleichen Namens in Oregon aufgenommen.

Daten nach den Erhebungsbogen der Dokumentationsstelle zur Erforschung der Schicksale der jüdischen Bürger Baden-Württembergs während der nationalsozialistischen Verfolgungszeit 1933-1945 im Hauptstaatsarchiv Stuttgart.
[Axel Burkarth]

Josef Neuberger mit Familie

Hella und Albrecht Levi (I)

Hella und Albrecht Levi, die Kinder von Herbert Levi und Susi Wolf. Aufnahme um 1928. Herbert und Susi Levi führten seit 1922 das elterliche Leder- und Textilwarengeschäft Abraham Wolf in der Marktstraße 12 in Buchen. Die Familie emigrierte 1938 unter dramatischen Umständen nach Südrhodesien bzw. England.

Hella und Albrecht Levi (I)

Ruth Rosenbaum

Ruth Rosenbaum, die Tochter von Moritz Rosenbaum (1885-1948) und Fanny Rosenbaum geb. Neuberger (1887-1968) aus Hainstadt als kleine Dame in einem Fantasiekostüm. Eine zweite Aufnahme zeigt das Mädchen im selben Kostüm ohne Hut (W-1180). Ruth emigrierte mit ihren Eltern in die USA und lebte als verheiratete Ruth Goldschmidt in Brooklyn/New York.
[Axel Burkarth]

Ruth Rosenbaum

Loni Hofmann

Loni Hofmann aus Hainstadt (geb. am 20. Oktober 1928 in Hainstadt), Tochter von Sofie Hofmann (geb. 1898 in Hainstadt). Die Mutter wurde am 22. Oktober 1940 nach Gurs verbracht und ist im Sommer 1942 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert worden. Die Tochter Loni konnte offenbar 1940 über die Schweiz der Verfolgung durch den NS-Staat entkommen. Späterer Name: Loni Croitoru-Hofmann.
[Axel Burkarth]

Loni Hofmann

Hans Joachim Neuberger

Hans Joachim Neuberger aus Hainstadt im Kaminfegerkostüm, aufgenommen um 1930. Der Fotograf Karl Weiß hat bei Kinderaufnahmen meist den Vaternamen auf den Glasplatten vermerkt, hier "Josef Neuberger". Hans Joachim (geb. am 9. Juli 1924 in Buchen, gest. am 1. Januar 1997, begr. Beth Israel Cemetery in Portland/Oregon) war der jüngste von drei Söhnen der Eheleute Josef und Jette Neuberger. Er ist 1940 zusammen mit seinen Eltern über die Schweiz in die USA emigriert. Die beiden älteren Brüder, Berthold und Gerson, waren schon früher in die Vereinigten Staaten ausgewandert.
[Axel Burkarth]

Hans Joachim Neuberger

Josef Neuberger aus Hainstadt

Das unbeschriftete Negativ zeigt Josef Neuberger (geb. am 20. August 1880 in Hainstadt, gest. am 10. Dezember 1961 in Baker County/Oregon, begr. Beth Israel Cemetery in Portland/Oregon) und dürfte Ende der 1920er Jahre aufgenommen sein. Vgl. Familienbildnis Neuberger W-05694.
[Axel Burkarth]

Josef Neuberger aus Hainstadt

Siegfried Haas

Siegfried Haas (geb. 12. September 1914 in Bödigheim, gest. 8. Dezember 2001 in New York, begraben auf dem Calverton National Cemetery, Suffolk County, New York). Sohn von Ferdinand Haas (geb. 1. Mai 1871 in Bödigheim, gest. 30. November 1940 in Gurs) und Klara Haas. Seine älteren Geschwister Edwin Haas (1904-1942) und Stefanie Haas (1899-1945) sind in Auschwitz umgekommen.

Bei Aufnahmen von Kindern und Jugendlichen verzeichnet Karl Weiß häufig den Namen des Vaters auf der Glasplatte (hier "Ferdinand Haas").
[Axel Burkarth]

Siegfried Haas

Gert (Gerson) Neuberger

Gert (Gerson) Neuberger (geb. am 27. September 1914 in Buchen), Sohn von Josef Neuberger (geb. am 20. August 1880 in Hainstadt, gest. am 10. Dezember 1961 in Baker County/Oregon) und Jette Neuberger, geb. Braun (geb. am 31. Mai 1888 in Hochhausen/Baden, gest. am 30. September 1965 in Baker County/Oregon). Zusammen mit seinem Bruder Berthold (geb. am 3. September 1916 in Buchen) ist Gerson Ende der 1930er in die USA emigriert. Seine Eltern folgten 1940 mit dem jüngsten Sohn der Famile.
[Axel Burkarth]

Gert (Gerson) Neuberger

Jeanette Bär

Jeanette Bär (geb. 6. Juni 1855 in Edelfingen, gest. 26. März 1938 in Buchen), Witwe von Leopold Bär (geb. 2. April 1852 in Buchen, gest. 14. August 1928 in Buchen). Leopold (Jehuda) Bär, der langjährige Vorstand der israelitischen Gemeinde in Buchen und Gründungsmitglied sowie Beirat im Verein Bezirksmuseum, war kurz vor Vollendung seines 77. Lebensjahres durch einen Unfall ums Leben gekommen.

Das Foto ist wahrscheinlich aus Anlass des 80. Geburtstages von Jeanette Bär entstanden, über den die Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. Juni 1935 berichtete: "Buchen, 5. Juni. Am 11. [sic!] Juni feiert Witwe Jeanette Bär, die Gattin des vor einigen Jahren verstorbenen Leopold Bär (Vorsteher unserer Gemeinde und Mohel [= Beschneider]) ihren 80. Geburtstag in körperlicher und geistiger Frische. Weit über die Gemeinde hinaus ist die Jubilarin wegen ihres lauteren Charakters, ihrer wahren Frömmigkeit und ihres edlen Wohltätigkeitssinnes bekannt. (Alles Gute) bis 120."

(Lebensdaten nach: Personenstandsregister jüdischer Gemeinden in Württemberg, Baden und Hohenzollern, HtAS J 386 Bü. 84, Bödigheim Sterbefälle 1899-1939, http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-440599; alle weiteren Angaben nach http://www.alemannia-judaica.de).
[Axel Burkarth]

Jeanette Bär

Susanna Stern aus Eberstadt

Susanna Stern, geb. Gimbel (geb. am 13. April 1857 in Albisheim/Pfalz, erschossen am 10. November 1938 in Eberstadt), war mit dem Viehhändler Moses Stern (1854-1919) verheiratet, dessen Name auf der Schichtseite der Glasplatte vermerkt ist.

Nach der Reichsprogromnacht, am Morgen des 10. November 1938, war der NS-Ortsgruppenleiter von Eberstadt, Adolf Heinrich Frey (1912-1951), mit seinen Genossen ausgezogen, um die die wenigen noch am Ort lebenden Juden (zwölf im Jahr 1933; die israelitische Gemeinde war 1937 aufgelöst worden) zu schikanieren und im Spritzenhaus der Feuerwehr einzusperren. Als Frey in das Haus von Susanna Stern eindrang, weigerte sich die 81-jährige Witwe mitzukommen. Frey griff zu seiner Pistole und gab gezielt drei tödliche Schüsse auf die alte Frau ab. Auf dem Gendarmerieposten gab der Täter "die Tat unumwunden zu – und wurde auf freiem Fuß belassen. Die Staatsanwaltschaft Mosbach strengte ein Verfahren an, welches das oberste Parteigericht der NSDAP an sich zog und im Dezember1938 niederschlug. Im August 1946 wurden die Ermittlungen neu aufgenommen, doch hatte sich Frey im Frühjahr 1945 aus Eberstadt abgesetzt und blieb unauffindbar. Nach sechs Jahren auf der Flucht nahm er sich am 1. Juli 1951 das Leben." (Stingl 2011, S. 28) Die letzten vier Eberstädter Juden wurden am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportiert. Drei von ihnen wurden von dort aus nach Auschwitz verschleppt und ermordet.

Der älteste Sohn von Susanna Stern kam 1940 im KZ Buchenwald um: Josef Stern (geb. am 27. Dezember 1888 in Eberstadt, gest. am 17. März 1940 in Buchenwald), wohnhaft in Eberstadt und Mannheim, vom 28. Juni 1938 bis 23. September 1938 im Konzentrationslager Dachau und vom 23. September 1938 bis 17. März 1940 im Konzentrationslager Buchenwald.
[Axel Burkarth]

Susanna Stern aus Eberstadt

Moses Lehmann

Moses Lehmann (geb. 17. Mai 1873, gest. 10. August 1936) aus Eberstadt. Inhaber der Schankwirtschaft "Zur Linde". Moses Lehmann litt unter einer Trochlearisparese; frdl. Hinweis Dr. Christof Kugler, Frankfurt.
[Axel Burkarth]

Moses Lehmann

Hans Joachim Neuberger

Hans Joachim (geb. am 9. Juli 1924 in Buchen, gest. am 1. Januar 1997, begr. Beth Israel Cemetery in Portland/Oregon) war der jüngste von drei Söhnen der Eheleute Josef und Jette Neuberger. Vermutlich aufgenommen zur Bar Mitzwa-Feier.
[Axel Burkarth]

Hans Joachim Neuberger

Frieda Oppenheimer

Frieda Oppenheimer (geb. 28. Juli 1907), Tochter von Adolf Oppenheimer (geb. 1879 in Buchen) und Friederike Oppenheimer, geb. Lehmann (geb. 1885 in Weinheim an der Bergstraße). Die Tochter Frieda heiratete 1930 in Buchen Julius Oppenheimer (geb. 3. März 1895 in Reichenbach) und wohnte seither in Viernheim. Das Ehepaar konnte 1940 in die USA emigieren.
[Axel Burkarth]

Frieda Oppenheimer

Rosa Marx aus Bödigheim

Rosa Marx (geb. 19. Juni 1899 in Bödigheim), Tochter von Louis Marx (1869-1931) und Meta geb. Haas, am 28. Dez. 1931 in Bödigheim verheiratet mit Max Neumann (geb. 21. April 1901 in Bad Ems). Am 29. Januar 1934 wurde der Sohn Ludwig in Bödigheim geboren. Nach dem Tod des Schwiegervaters führte Max Neumann bis Ende 1938 dessen Gemischtwarenladen in Bödigheim fort. Die Schwiegermutter Meta Haas konnte offenbar 1936 in die USA emigrieren. Das Ehepaar Neumann wurde am 20. Okt. 1940 zusammen mit ihrem Sohn Ludwig nach Gurs in Südfrankreich deportiert. Im Sommer 1942 wurden Rosa und Max Neumann nach Auschwitz verschleppt, wo beide ermordet worden sind. Auch Rosas Bruder Max Ludwig Marx (geb. 2. März 1896 in Bödigheim, Lehrer in Mannheim) wurde 1942 in Auschwitz ermordet. Der Sohn Ludwig lebte von 1942 bis 1944 bei einer französischen Familie, zeitweise auch in einem Kinderheim. 1946 konnte er von Frankreich in die USA zu Verwandten reisen. Nach High School-Abschluss (1952) und Militärdienst (1852-1957) absolvierte Ludwig (Louis) ab 1957 ein Ingenieursstudium am Queens College in New York. 1961 hat er seinen Geburtsort Bödigheim besucht. (Daten nach den Erhebungsbogen der "Dokumentationsstelle zur Erforschung der Schicksale der jüdischen Bürger Baden-Württembergs während der nationalsozialistischen Verfolgungszeit 1933-1945" im Hauptstaatsarchiv Stuttgart.)

Zweite Aufnahme W-03384. Ludwig (Louis) Neumann hat 1977 für seine Mutter ein Gedenkblatt bei Yad Vashem eingereicht, auf dem ein Abzug dieser Aufnahme geklebt ist (https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=595502&ind=3).
[Axel Burkarth]

Rosa Marx aus Bödigheim

Louis Marx

Louis (Eliser) Marx (geb. 8. Sept. 1869, gest. 22. Mai 1931) aus Bödigheim. Verheiratet mit Meta geb. Haas. Vater des Lehrers Max Ludwig Marx (geb. 1896, ermordet 1942) von Rosa Neumann geb. Marx (geb. 1899, ermordet 1942).

Louis Marx

David Bär

Dr. med. dent. David Bär (geb. 23. August 1900 in Buchen, gest. 11. Februar 1965 in Chicago, Illinois), Zahnarzt. Sohn von Leopold und Jeanette Bär, Ehemann von Paula Traub (geb. 5. März 1902 in Mingolsheim, gest. 22. Dezember 1994 in Chicago, Illinois). David Bär war von 1923 bis 1931 als Zahnarzt in der Zahnklinik der Ortskrankenkasse in Heidelberg tätig und ab 1932 selbstständiger Zahnarzt mit einer Praxis in der Heidelberger Straße 15. Im April 1933 wurde David Bär die Kassenzulassung entzogen. Bis April 1935 unterhielt er eine Praxis für Privatpatienten. Im August 1936 emigrierte die Familie mit Tochter Margot und Sohn Heinrich an Bord der President Harding in die USA (New York/Ellis Island). Die zur Einwanderung erforderliche Bürgschaft ("Affidavit of support") hatte Samuel Goetz Blattner (1876-1945) in Lima/Ohio übernommen, der mit David Baers Schwester Lena (1881-1973) verheiratet war. Der am 6. Oktober 1935 in Wiesloch geboren Sohn Heinrich (Henry) Leopold wurde später ebenfalls Zahnarzt. (Angaben nach: https://heidelbergerlupe.wordpress.com/zeitzeugeninterviews). Zweite Aufnahme W-03282.
[Axel Burkarth]

David Bär

Max Riselsheimer (Rice)

Max Riselsheimer (geb. 15. August 1899 in Walldürn, gest. 24. März 1976 in Los Angeles/Kalifornien). Sohn von Isaak Riselsheimer (geb. 17. März 1873 in Walldürn-1962) und Dora Sondheimer (1871-1930). 1927 Heirat mit Lina (Kathinka) Rosenbaum (1897-1973) aus Schlüchtern. Der Sohn Edmund (1928-1999) wurde im Folgejahr in Schlüchtern geboren. Emigration in die USA, 1937 in Kalifornien eingebürgert. In den USA nahm Riselsheimer den Namen Rice an.

Die in Walldürn geborenen Geschwister von Max Riselsheimer emigrierten ebenfalls in die USA: Betty R., verh. Glick (geb. 1901), Alfred (1902-1976), Sigfried (1904-1978), Emil (1907-1983) und Irma, verh. Rok (1917-1995).
[Axel Burkarth]

Max Riselsheimer (Rice)

Siegbert und Ida Reich aus Eubigheim

Der Viehhändler Siegbert Reich (geb. 23. Juni 1880, gest. 17. August 1937 in Eubigheim; begr. auf dem Jüdischen Friedhof in Eubigheim) und seine Frau Ida, geb. Adler (geb. 4. Febr. 1882 in Edelfingen, gest. 9. Jan. 1962 in New York). Die Aufnahme ist wohl aus Anlass der Silberhochzeit des Paares im Jahr 1931 entstanden. (Vgl. "Familiennachrichten" in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Januar 1931: "Silberne Hochzeit: Sigbert Reich mit Ida geb. Adler. Eubigheim (Baden), 4. Februar 1931." (Zit. nach http://www.alemannia-judaica.de).

Das Paar hatte drei in Eubigheim geborene Kinder: Der Sohn Sigmund Reich (1906-1983) war bereits 1928 in die USA ausgewandert und lebte in New York. Die 1907 geborene Tochter Martha heiratete Ende 1933 in Eubrigheim Julius Mannheimer und emigrierte zu Beginn des Jahres 1934 mit ihrem Ehemann ebenfalls in die USA. Die zweite Tochter Lina (Mina) (1913-1952) heiratete 1935 in Eubigheim Adolf Wassermann (geb. 30. Aug. 1902 in Tauberbischofsheim) und folgte Ende 1936 ihren Geschwistern in die USA. Wenige Wochen nach dem Tod ihres schwer herzkranken Ehemanns emigierte auch Ida Reich in die USA und zog zu ihrer Tochter Martha in New York. (Daten nach Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestand EA 99/001 Bü 28).
[Axel Burkarth]

Siegbert und Ida Reich aus Eubigheim

Hella und Albrecht Levi (II)

Hella und Albrecht Levi, die Kinder von Herbert Levi und Susi Wolf. Die Aufnahme ist um 1930 entstanden. Herbert und Susi Levi führten seit 1922 das elterliche Leder- und Textilwarengeschäft Abraham Wolf in der Marktstraße 12 in Buchen. Die Kinder konnten im Frühjahr 1939 mit einem Kindertransport nach England gebracht werden. Ihr Vater war schon im Jahr zuvor nach Südrhodesien emigriert. Um das Einreisevisum zu erhalten, musste sich Herbert Levi für vier Jahre als Farmarbeiter verpflichten. Seine Frau Susi folgte ihm 1939, nachdem die Kinder in Sicherheit gebracht worden waren.

Angaben nach den Erhebungsbogen der Dokumentationsstelle zur Erforschung der Schicksale der jüdischen Bürger Baden-Württembergs während der nationalsozialistischen Verfolgungszeit 1933-1945 im Hauptstaatsarchiv Stuttgart.

Hella und Albrecht Levi (II)

Hans Joachim Neuberger

Hans Joachim Neuberger aus Hainstadt, aufgenommen zur Einschulung 1931. Der Fotograf Karl Weiß hat bei Kinderaufnahmen meist den Vaternamen auf den Glasplatten vermerkt, hier "Josef Neuberger". Hans Joachim (geb. am 9. Juli 1924 in Buchen, gest. am 1. Januar 1997, begr. Beth Israel Cemetery in Portland/Oregon) war der jüngste von drei Söhnen der Eheleute Josef und Jette Neuberger. Er ist 1940 zusammen mit seinen Eltern über die Schweiz in die USA emigriert. Die beiden älteren Brüder, Berthold und Gerson, waren schon früher in die Vereinigten Staaten ausgewandert.
[Axel Burkarth]

Hans Joachim Neuberger

Jakob Neuberger

Jakob Neuberger (1850-1937) aus Hainstadt. Verheiratet war Neuberger mit Frederika Freudenstein (1848-1912). Das Ehepaar hatte sieben Kinder, vier Söhne und drei Töchter, die bis zum Jahr 1941 alle in die USA emigriert waren: Gerson (1877-1960), Josef (1890-1978), Berthold (1883-1965), und Sigmund (1890-1978) sowie die Töchter Emma, verheiratete Fischl (1875-1965), die 1937 ihren Neffen Kurt Rosenbaum (1922-2012) bei sich aufnahm, dann Johanna, verheiratete David (1878-1926), die Mutter von Friedel David, und schließlich Fanny, verheiratete Rosenbaum (1887-1968), die Mutter von Kurt Rosenbaum.

Angaben nach: US Holocaust Memorial Museum Washington, Sigmund Neuberger Papers | Accession Number 2017.435.1
[Axel Burkarth]

Jakob Neuberger