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Bezirksmuseum Buchen Sinti, Roma und Jenische

Sinti, Roma und Jenische

Im Weißschen Bildarchiv findet sich eine Reihe von Aufnahmen von Sinti, Roma und Jenischen. Die Fotografien sind alle Mitte der 1930er Jahre entstanden. Anlass war offenbar der erhöhte "Fahndungsdruck" auf diese Minderheiten, der die Ausstellung von Lichtbildausweisen und Wandergewerbescheinen forderte. Innerhalb weniger Jahre eskalierten die polizeilichen Schikanen, die 1943 in der Deportation nach Auschwitz-Birkenau gipfelten. Eine 2009 erschienene Dokumentation zur "Verfolgung der Sinti, Roma und Jenischen im ländlichen Raum des Kraichgaus, des Neckartalers, des Elztales und des Baulandes" von Arno Huth erlaubt die Identifizierung der im Weißschen Atelier fotografierten Personen. Dank für weitere Informationen an Udo Grausam, Tübingen.

[ 31 Objects ]

Martin Wagner

Martin Wagner (geb. 7. Dezember 1880 in Weinolsheim, gest. 14. Oktober 1956), Siebmacher und Scherenschleifer in Billigheim, Ehemann von Josefine Wagner (geb. 2. Juli 1891 in Graben-Neudorf, gest. 6. August 1967).

Martin Wagner

Josefine Wagner

Josefine Wagner (geb. 2. Juli 1891 in Graben-Neudorf, gest. 6. August 1967), Ehefrau von Martin Wagner (geb. 7. Dezember 1880 in Weinolsheim, gest. 14. Oktober 1956).

Josefine Wagner

Juliane Steinberger

Juliane Steinberger (geb. 31. Dezember 1909 in Fahrenberg-Trienz, ermordet 17. März 1943 in Auschwitz), Tochter von Josef Steinberger (geb. 1867) und Karoline Amalie Steinberger, geb. Birkenfelder (1875-1943).

Juliane Steinberger

Karoline Amalie Steinberger (?)

Abgebildet ist wahrscheinlich Karoline Amalie Steinberger, geb. Birkenfelder (geb. 11. März 1875 in Hüffenhardt, ermordet am 26. Juli 1943 in Auschwitz), die Ehefrau von Josef Steinberger (geb. 4. März 1867 in Bergholtz/Elsass).

Zweite Aufnahme, bez. "Steinberger": W-2135.

Karoline Amalie Steinberger (?)

Josef Steinberger

Josef Steinberger (geb. 4. März 1867 in Bergholtz/Elsass), Musiker. Heirat am 27. Dezember 1912 in Fahrenbach mit Karoline Amalie Birkenfelder (geb. 11. März 1875 in Hüffenhardt, ermordet am 26. Juli 1943 in Auschwitz).

Zur Familie zählten: die Tochter Juliane Steinberger (geb. 31. Dezember 1909 in Fahrenbach-Trienz, ermordet 17. März 1943 in Auschwitz), die Söhne Karl Steinberger (30. Juni 1913, ermordet 19. Januar 1944 in Auschwitz) und Ferdinand Steinberger (geb. 1. Mai 1917, ermordet 1943 in Auschwitz) sowie der älteste Sohn Ignaz Steinberger (geb. 1897 in Laudenbach, ermordet 6. September 1943 in Auschwitz) und seine Frau Emma Steinberger (geb. 15. Dezember 1902 in Kleinfischlingen, ermordet 19. Dezember 1943 in Auschwitz) mit den Kindern Karl (geb. 23. April 1931 in Binau, ermordet 6. Dezember 1943 in Auschwitz) und Beate (geb. 9. April 1934 in Bargen), die als Einzige das Konzentrationslager überlebt hat. Josef Steinberg ist wahrscheinlich bei Schweinfurt-Oberndorf, wo die Familie 1939 festgesetzt wurde, verstorben. Von dort aus sind die Steinbergers am 14. März 1943 deportiert worden.

Zweite Aufnahme, etwas jüngeren Datums: W-07888
[Axel Burkarth]

Josef Steinberger

Friedrich Reinhardt

Atelieraufnahme von "Friedrich Reinhard" Zi [geuner] Musbach", entstanden um 1930 aus unbekanntem Anlass.

Im Geburtsregister von Untermusbach für die Jahre 1876 bis 1900 findet sich am 15. Dezember 1882 folgender Eintrag: "Der Regenschirmmacher Karl Nam von Artolsheim Bezirk Unter-Elsaß Kreis Schletstadt (Sélestat) Deutsches Reich wohnhaft zur Zeit in Untermusbach, katholischer Religion, zeigt an, dass von der Cresentia Nam geborene Schneck, seiner Ehefrau von Artolsheim Bezirk Unter-Elsaß Kreis Schletstadt Deutsche Reich, katholische Herkunft, wohnhaft bei ihm in dem hiesigen Gemeindehaus in seiner Wohnung am vierzehnten Dezember des Jahres 1882 Nachmittags um 4 Uhr ein Kind männliche Geschlechts geboren worden sei, welches den Vornamen Friedrich erhalten habe. Unterschrieben Karl Nam/Der Standesbeamte Wurster".
Eine Randnotiz ergänzt den Eintrag: "Auf Anordnung des Amtsgerichts Freudenstadt vom 9.Oktober 1923 wird berichtigend vermerkt, daß die nach nebenstehende Feststellung am 15. Dezember 1882 vor dem Standesbeamten erschienene Persönlichkeit nicht Carl Nam hieß, sondern der am 9. April 1852 in Anzelingen (Lothringen) geborene Michael Otto Reinhardt gewesen ist und die Mutter des angezeigten Kindes nicht Creszentia Nam hieß und die Ehefrau des Anzeigenden war, sondern die am 10.1.1852 in Neuhengstett Oberamt Calw geborene, damals noch ledige Clara Pauline Barbette Schneck gewesen ist. Untermusbach, den 15. Oktober 1923/der Standesbeamte Bohnet".
"Laut Ausfertigung des Amtsgerichts Heidenheim a. Br. vom 6. Oktober 1923 hat Michael Otto Reinhardt, Schirmmacher in Nattheim O/A Heidenheim in einer am 6. Oktober 1923 abgegebenen Erklärung die Vaterschaft des nebigen Kindes anerkannt. Untermusbach, den 15. Oktober 1923/der Standesbeamte Bohnet".
Es folgt eine Anmerkung zum Tod von Friedrich Reinhardt: "Gestorben am 23.5.1943 in Auschwitz. Blg. 150". Zitiert nach Hans Rehberg: Dorfgeschichten aus Untermusbach. Das Schicksal des Friedrich Nam, http://www.untermusbach.de/Dorfges/Nam.php. Abgerufen 12.10.2018.

Friedrich Reinhard war mit Maria Birkenfelder (geb. 17. Januar 1901 in Neckarzimmern, ermordet 19. Juni 1943 in Auschwitz) verheiratet. Von den 13 Kindern der in Auschwitz ermordeten Eheleute kamen acht ebenfalls im KZ um: Barbara Reinhardt (geb. 26. Dezember 1928 in Sulzbach, ermordet 19. Juni 1943 in Auschwitz), Lina Reinhardt (8. Mai 1930 in Hettingen, ermordert 14. Jul 1943 in Auschwitz), Hubert Reinhardt (geb. 17. November 1931 in Bretzingen, ermordet 1943 in Auschwitz), Anton Reinhardt (17. Juli 1934 in Roigheim, ermordet 15. Mai 1943 in Auschwitz), Stefania Reinhardt (geb. 30. September 1935 in Stettfeld, ermordet 25. Mai 1943 in Auschwitz), Walburga Reinhardt (geb. 15. Mai 1937 in Karlsruhe, ermordet 28. Mai 1943 in Auschwitz), Waltraud Reinhardt (geb. 22. August 1939 in Adelsheim, ermordet 15. Mai 1943 in Auschwitz) und Josef Reinhard (geb. 22. März 1941 in Osterburken, ermordet am 26. Mai 1943 in Auschwitz).
[Axel Burkarth]

Friedrich Reinhardt

Markus Eckstein

Markus Eckstein (geb. am 3. Oktober 1896 in Aldingen, ermordet am 17. Juli 1944 im KZ Lublin-Lemberg). Der Musiker stammte aus einer Odenwälder-Sinti-Familie, die seit den 1890er Jahren mit einer Tanzkapelle auf Veranstaltungen im Odenwald, im Kraichgau, im Schwarzwald und in Württemberg auftrat.

Ein offenbar am gleichen Tag aufgenommenes Foto (siehe Link) zeigt Markus' Bruder Richard (1896-1942). Die beiden könnten ein Engagement in Buchen für den Gang ins Weißsche Fotoatelier genutzt haben.

Zweite Aufnahme, wohl einige Zeit früher aufgenommen, bez. "Markus Eckstein" (W-2158).
[Axel Burkarth]

Markus Eckstein

Richard Eckstein

Richard Eckstein (geb. am 16. Mai 1896 in Dörzbach, ermordet am 11. Oktober 1942 im KZ Sachsenhausen). Der Musiker stammte aus einer Odenwälder-Sinti-Familie, die seit den 1890er Jahren mit einer Tanzkapelle auf Veranstaltungen im Odenwald, im Kraichgau, im Schwarzwald und in Württemberg auftrat.

Ein offenbar am gleichen Tag aufgenommenes Foto (siehe Link) zeigt Richards Bruder Markus (1898-1944). Die beiden könnten ein Engagement in Buchen für den Gang ins Weißsche Fotoatelier genutzt haben. 17 Familienmitglieder sind in Konzentrationslagern umgekommen, darunter auch Richard Ecksteins Ehefrau Elisabeth und die beiden Söhne Wilhelm und Peter.
[Axel Burkarth]

Richard Eckstein

Josef Wagner

Josef Wagner (geb. 1912 in Mudau, gest. 1977) aus Billigheim. Sohn von Martin und Josefine Wagner.

Zweite, einige Zeit später entstandene Aufnahme: W-03969

Josef Wagner

Vinzenz Rose

Bez. "Vinzenz Rose Stettin". Eine zweite Aufnahme mit gleicher Beschriftung W-02972 (Abb. 2).

Vinzenz Rose

Emma Reinhard

Emma Reinhard aus Grötzingen.

Emma Reinhard

Anna Birkenfelder

Porträt "Anna Birkenfelder ...".

Anna Birkenfelder

Philipp Rissel

Philipp Rissel (geb. 1898 in Eschelbach/Sinsheim).

Philipp Rissel

Peter Rissel

Peter Rissel (geb. 1904), lebte seit 1932 mit dem Vater Franz (geb. 1865 in Karlsberg), seiner Ehefrau Barbara (geb. 1912) und sechs Kindern in Adelsheim. Petzer Rissel ist ein jüngerer Bruder von Philipp Rissel.

Peter Rissel

Christian Reinhard

Christian Reinhard aus Rechberghausen.

Christian Reinhard

Johanna Reinhard

Johanna Reinhard aus Rechberghausen.

Johanna Reinhard

Frau Franz Reinhardt

Frau Franz Reinhardt aus Grötzingen.

Frau Franz Reinhardt

Franz Reinhardt

Franz Reinhardt (geb. 6. Februar 1891 in Buchen; gest. am 8. März 1940 im KZ Buchenwald). Reinhardt war am 5. Sept. 1939 in Innsbruck verhaftet worden; er wurde am 12. Sept. 1939 zunächst ins KZ Dachau eingeliefert (Häftlingsnr. 35622) und am 27. Sept. 1939 nach Buchenwald überstellt (Häftlingsnummer 4226).

Franz Reinhardt

Anna Laubinger

Anna Laubinger aus Hainstadt (?).

Anna Laubinger

Babette Johann

Babette Johann aus Billigheim.

Babette Johann

Margarete Wagner

Margarete Wagner aus Billigheim (?).

Margarete Wagner

Johann Wagner

Johann Wagner aus Billigheim.

Johann Wagner

Familienbild Wagner

Familienbild Wagner mit den eheleuten Wagner und vier Kindern.

Familienbild Wagner

Elisabeth Eckstein

Elisabeth Eckstein, geb. Reinhardt (geb. 12. April 1905 in Graben-Neudorf, ermordet 26. Oktober 1943 in Auschwitz). Elisabeth Reinhardt hatte 1925 in Großgerau den Musiker Richard Eckstein (geb. am 16. Mai 1896 in Dörzbach, ermordet am 11. Oktober 1942 im KZ Sachsenhausen) geheiratet. Das Ehepaar hatte drei Kinder: Rosita (geb. 1925), Martha (geb. 1925) und den ebenfalls in Auschwitz ermordeten Sohn Wilhelm (1927-1944).

Elisabeth Eckstein