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Landesmuseum Württemberg Ausstellung "CHRISTOPH 1515-1568. Ein Renaissancefürst im Zeitalter der Reformation"

Ausstellung "CHRISTOPH 1515-1568. Ein Renaissancefürst im Zeitalter der Reformation"

Christoph regierte von 1550 bis 1568 und zählt zu den bedeutendsten Herzögen Württembergs. Er setzte die Reformation endgültig durch, förderte die Bildung und modernisierte die Residenz in Stuttgart. Anlässlich seines 500. Geburtstags im Jahr 2015 widmete das Landesmuseum Württemberg vom 24. Oktober 2015 bis zum 3. April 2016 dieser herausragenden Herrscherfigur eine große Ausstellung.

[ 87 Objects ]

Herzog Christophs fünfte Tochter Eleonora heiratete 1571, zwei Jahre nach der Entstehung dieses Porträts, Fürst Joachim Ernst von Anhalt, mit dem sie zehn Kinder bekam. 1589 heiratete sie zum zweiten Mal: Ihr Bräutigam war Landgraf Philipps jüngster Sohn Georg von Hessen-Darmstadt. Damit hatten sich drei von vier Söhnen des Landgrafen mit Töchtern Herzog Christophs von Württemberg vermählt.
Wie die meisten ihrer Schwestern trägt Eleonora auf ihrem Porträt ein schwarzes Kleid mit großen Puffärmeln, die mit goldenen Schleifchen besetzt sind. Die roten Ärmel sind mit Spitze besetzt. Wie ihre anderen unverheirateten Schwestern trägt sie auf der golddurchwirkten Haube kein Barett.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt der Herzogin Eleonora von Württemberg

Christoph von Württemberg heiratete im Jahre 1544 Anna Maria, die älteste Tochter des Markgrafen Georg von Brandenburg-Ansbach. Georg, der die Beinamen „der Fromme“ und „der Bekenner“ erhielt, zählte zu den frühesten Anhängern der Lehre Martin Luthers. Als einer der ersten deutschen Landesherren führte er die evangelische Lehre in seinem Herrschaftsgebiet ein. Im Jahre 1533 erließ er, zusammen mit der Reichsstadt die Brandenburgisch-Nürnbergische Kirchenordnung mit Bestimmungen für all die Bereiche, die nach Einführung der Reformation neu geregelt werden mussten.
Der Eheschluss Christophs mit Anna Maria – einer Prinzessin aus einem der führenden protestantischen Häuser in Deutschland – stärkte seine Position unter den evangelischen Fürsten in Deutschland.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt des Markgrafen Georg „der Fromme“ von ...

Das qualitätsvollste Stück der Serien von Miniaturporträts, die um das Jahr 1569 angelegt wurden und die Mitglieder des Hauses Württemberg und der mit ihm verschwägerten Familien zeigen, ist das Bildnis des Markgrafen Georg Friedrich von Brandenburg-Bayreuth-Ansbach. Er war Herzog Christoph von Württembergs Schwager, da seine Schwester Anna Maria von Brandenburg-Ansbach mit dem Herzog verheiratet war.
Das Porträt Markgraf Georg Friedrichs von Brandenburg-Ansbach wurde nach einem ganzfigurigen Bildnis des Markgrafen von Lucas Cranach dem Jüngeren geschaffen, das heute von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg bewahrt wird.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt des Markgrafen Georg Friedrich von ...

Im Jahr 1544 heiratete Herzog Christoph von Württemberg Markgräfin Anna Maria von Brandenburg-Bayreuth, eine Tochter Georgs des Frommen. Das Paar hatte zwölf Kinder, von denen zehn das Erwachsenenalter erreichten.
Das Gemälde entstand nach dem Tod Christophs 1568, denn Anna Marias weiße Haube ist mit einem schwarzen Witwenband unter dem Kinn befestigt. Sie trägt einen schwarzen Vlieger (einen weiten Rock) mit Puffärmeln, hohem schwarzen Kragen mit kleiner weißer Krause und schwarzen Vorärmeln.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt der Herzogin Anna Maria von Württemberg, geb. ...

Sabina war die Tochter des bayerischen Herzogs Albrecht IV. und seiner Ehefrau Kunigunde, einer Tochter von Kaiser Friedrich III. und Schwester von Kaiser Maximilian I. Im Jahre 1498 wurde sie im Alter von sechs Jahren mit Herzog Ulrich von Württemberg verlobt, 1511 fand die Hochzeit statt. Das Paar hatte zwei Kinder: die Tochter Anna (Stuttgart 1513 – 1530 Urach), die 17-jährig an der Pest starb, und den Sohn Christoph, der 1550 seinem Vater als württembergischer Herzog nachfolgte.
Die Ehe von Sabina und Ulrich war nicht glücklich: Tätliche Auseinandersetzungen und sogar Morddrohungen sind überliefert. Sabina floh deshalb im November 1515 – nur ein halbes Jahr nach der Geburt Christophs – vor ihrem cholerischen Ehemann nach Bayern.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt der Herzogin Sabina von Württemberg, geb. Herzogin ...

Kunigunde war die Mutter der Sabina von Bayern, der Ehefrau Ulrichs von Württemberg, und damit die Großmutter von Herzog Christoph. Ihr Vater war Kaiser Friedrich III., ihr Bruder Kaiser Maximilian I.
Das Porträt – ein Jugendbildnis – zeigt sie in einem roten gegürteten Kleid mit Halbärmeln, großem Ausschnitt, weiß spitz zulaufendem Einsatz und Goldgürtel. Sie trägt eine große Zopfkrone mit Flittergold und goldenem Kronreif und Edelsteinen sowie eine mehrfach geschlungene Halskette mit einem kreuzförmigen Anhänger.
Dieses Porträt folgt einem Gemälde, das heute in der Fundación Coleccion Thyssen-Bornemisza, Pedralbes, Barcelona, bewahrt wird.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt der Herzogin Kunigunde von Bayern, geborene ...

Das Porträt zeigt Friedrich im Alter von zwölf Jahren, er trägt ein schwarzes Zylinderbarett mit Straußenfeder, ein schwarzes Wams mit hohem Kragen und Rüsche sowie eine goldene Kette. Seine linke Hand ruht auf dem Griff eines Degens, an seiner rechten Hüfte trägt er einen Dolch. Friedrich, der aus der württembergischen Nebenlinie Mömpelgard stammte, wurde am Hof Herzog Christophs erzogen. Als mit Ludwig, dem Sohn Christophs, die württembergische Hauptlinie ausstarb, trat Friedrich die Regierung in Stuttgart an.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt des Grafen Friedrich von Mömpelgard, der spätere ...

Sophia war das jüngste Kind Herzog Christophs von Württemberg. Bei seinem Tod war sie erst fünf Jahre alt. Die hier als etwa Sechsjährige dargestellte Prinzessin heiratete im Jahr 1583 Herzog Friedrich Wilhelm I. von Sachsen-Weimar. Sie starb jung bei der Geburt ihres sechsten Kindes.
Das Porträt ist hier als Kniestück gehalten. Die Prinzessin trägt das gleiche schwarze Kleid mit Puffärmeln wie ihre Schwestern. Wie ihre anderen unverheirateten Schwestern hat sie spitzenbesetzte Ärmel und als Kopfbedeckung lediglich eine golddurchwirkte Haube.
Anscheinend musste dieses Bildnis einmal der Zerstörungswut widerstehen: Auf der Bildfläche, besonders im Bereich der dargestellten Figur, sind zahlreiche kurze Kerben oder Kratzer.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt der Herzogin Sophia von Württemberg

Wie ihre ältere Schwester Hedwig heiratete auch Christophs dritte Tochter, Sabina von Württemberg, einen Sohn des hessischen Landgrafen: Wilhelm, den ältesten der vier legitimen Söhne Philipps, den späteren Herrscher von Hessen-Kassel. Das Paar vermählte sich 1566 in Marburg. Im Gegensatz zu den Verbindungen von ihren meisten Schwestern war Hedwigs Ehe sehr kinderreich: Elf Kinder gebar sie, darunter den Landgrafen Moritz, genannt der Gelehrte.
Sabina trägt über einem orangefarbenen Unterkleid ein schwarzes, gold- und silberbesticktes Überkleid, das nur am Kragen geschlossen ist. In ihren gefalteten Händen hält sie ein Paar brauner Handschuhe. In der Aufschrift "SABINA LANDGRAVI ZU HESSE GEBORNE HERZOGI ZU WIRTEBERG ANO 1569" wird sie als verheiratete Frau präsentiert.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt der Sabina von Hessen-Kassel, geborene Herzogin von ...

Sabina von Hessen-Kassel trägt auf diesem Porträt ein rotbraunes Kleid, das aus einem Unter- und einem geöffneten Überkleid besteht. Weiße Rüschen am Hals und an den roten, gold-gestreiften Ärmeln akzentuieren das Gewand. Auf dem Kopf trägt sie eine Haube, die von einem kleinen, schief sitzenden Barett bekrönt wird.
Die Inschrift nennt Sabinas Titel und das Datum der Ausführung: "SABINA LANDGRÄFIN ZU HESSEN GEBORNE HERZOG. ZU WIRTEMB. Ao 1570". Demnach gehört das Gemälde im Gegensatz zu einem anderen Porträt der Sabina nicht zu der Bildnisserie von 1569, sondern ist eine spätere Hinzufügung, wohl für eine zweite Serie.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt der Landgräfin Sabina von Hessen-Kassel, geborene ...

Emilia war die vierte Tochter Herzog Christophs von Württemberg. 1578 – und damit neun Jahre nach Entstehung dieses Porträts – heiratete sie Pfalzgraf Richard von Simmern. Das Paar bekam keine Kinder und als Emilia mit 39 Jahren starb, heiratete ihr Mann nochmals. Auch diese Ehe sollte ohne Nachkommen bleiben.
Das Gemälde zeigt sie im Alter von 19 Jahren mit zurückgekämmten, gescheitelten braunen Haaren, die von einem goldenen Netz auf dem Hinterkopf zusammen gehalten werden. Die kurzen Puffärmel ihres taillierten Kleids sind mit Goldschleifen verziert und um ihren Hals liegt eine dreifache Goldkette mit zwei kreuzförmigen Anhängern.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt der Herzogin Emilia von Württemberg, spätere ...

Kasimir war ein Bruder des brandenburg-ansbachischen Markgrafen Georgs „des Frommen“. Dessen Tochter Anna Maria war mit Herzog Christoph von Württemberg verheiratet. Wegen der Verbindung des Hauses Württemberg mit den fränkischen Hohenzollern finden sich in den Stuttgarter Serien von Miniaturporträts auch einige Bildnisse der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach und von Brandenburg-Kulmbach.
Erbprinz Kasimir hat seine Hände unter der Brust gefaltet, er trägt ein großes schwarzes Tellerbarett, eine schwarze Schaube und eine Kette des Schwanenordens. Die Inschrift lautet: CASIMIRUS MARGRAF ZU BRANDENBURG STARB A(nn)o. 1527 A(nn)o. 1569.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt des Erbprinzen Kasimir von Brandenburg-Kulmbach

Als der österreichische Erzherzog (und spätere Kaiser) Maximilian II. im Jahre 1556 durch Württemberg zog, wurde er in Stuttgart mit allen Ehren empfangen. Der Kaiser übernahm sogar die Patenschaft für Christophs Sohn, der am 27. August 1556 geboren wurde. Der berühmte Pate brachte dem kleinen württembergischen Maximilian jedoch kein Glück: Nur gut ein halbes Jahr nach seiner Geburt, am 17. März 1557, verstarb er. Das zwölf Jahre später entstandene Bildnis zeigt den Prinzen in der üblichen Darstellungsweise für verstorbene Kinder: mit zum Gebet zusammengelegten Händen und in ein weißes Hemd gekleidet.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt des Herzogs Maximilian von Württemberg

Anna, die zweitjüngste der acht Töchter Herzog Christophs von Württemberg, heiratete zwei schlesische Adelige: 1582 zunächst Herzog Johann Georg von Liegnitz-Wohlau und nach dessen Tod Herzog Friedrich IV. von Liegnitz. In ihrer ersten Ehe gebar sie zwei Kinder, die jedoch früh starben.
Auf diesem Porträt ist Anna als Achtjährige dargestellt. Ihre Haltung ist dieselbe, wie die ihrer älteren Schwestern, die in der 1569 gefertigten Porträtserie ebenfalls dargestellt wurden. Annas schwarzes Kleid mit Pfuffärmeln und spitzenbesetzten Ärmeln ähnelt deutlich den Gewändern der anderen Herzogstöchter. Sie trägt eine doppelte Goldkette mit zwei Anhängern und einen goldenen Gürtel. Das Bildnis beinhaltet als einziges in der Serie eine kleine grünlich-graue Brüstung, hinter der die Prinzessin steht.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt der Herzogin Anna von Württemberg

Dieses Porträt der Elisabeth von Henneberg unterscheidet sich deutlich von einem zweiten Bildnis der Gräfin, das aus einer auf das Jahr 1569 datierten Serie von Miniaturen stammt und ebenfalls im Landesmuseum bewahrt wird. Statt des dort üblichen schwarzen Hintergrunds, vor dem die Herzogskinder dargestellt sind, ist das Bildnis hier vor einen grauen Hintergrund gesetzt. Herzog Christophs Tochter ist mit einem schwarzen geöffneten Überkleid mit reicher Silber- und Goldstickerei bekleidet. Es hat hohe, geschlitzte Puffärmel und ist lediglich am Kragen geschlossen. Darunter trägt Elisabeth ein dunkelrotes Unterkleid.
Das Porträt gehört wohl zu einer zweiten Serie von Bildnissen, bei denen die Maler möglicherweise nicht so einheitliche Vorgaben zum Erscheinungsbild der Porträts hatten, wie bei der Serie, die 1569 in Auftrag gegeben wurde.
[Matthias Ohm, Delia Scheffer]

Miniaturporträt der Gräfin Elisabeth von Henneberg, geborene ...

Elisabeth, die zweite Tochter Herzog Christophs von Württemberg war zwei Mal verheiratet, zunächst mit Graf Georg Ernst von Henneberg, nach dessen Tod mit Pfalzgraf Georg Gustav von Veldenz-Lauterecken. Beide Ehen blieben kinderlos. Dieses Miniaturporträt zeigt Elisabeth während ihrer ersten Ehe, wie die Inschrift mitteilt: „ELISABETH GRAVIN UND FRAU ZU HENEBERG GEBORNE HERZOGI(n) ZU WIRTEBERG ANNO.1569“.
Elisabeth hat dunkles, zurück gekämmtes Haar, das von einem goldenen Netz gehalten wird und auf dem ein schwarzes Barett mit Federn sitzt. Die Ärmel ihres Gewandes sind mit goldenen Schleifchen verziert. Sie trägt eine goldene dreifache Goldkette, an der zwei Anhänger befestigt sind.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt der Gräfin Elisabeth von Henneberg, geborene ...

Hedwig war die älteste Tochter Herzog Christophs von Württemberg. Im Jahr 1563 heiratete sie in Stuttgart Ludwig, den späteren Landgrafen von Hessen-Marburg, ein Sohn Philipps des Großmütigen. Das Paar blieb kinderlos. Die goldene Inschrift nennt den Namen und die Titel der Dargestellten sowie das Entstehungsjahr des Porträts: „HEDWIG LANDGRAVI(n) ZU HESSE(n) GEB(o)RE(ne) HERZOGI(n) ZU WIRT(en)BERG AN(n)O 1569“.
Die Prinzessin hat blonde, zurück gekämmte Haare unter einem goldenen Netz und einem kleines, schief sitzendes, schwarzes Barett mit weißer Feder. Sie trägt ein schwarzes Gewand mit Puffärmeln und goldenen Schleifchen, hohem Kragen und kleiner weißer Krause. Um ihren Hals liegt eine dreifache Goldkette mit zwei Anhängern.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt der Landgräfin Hedwig von Hessen-Marburg, geb. ...

Das Gemälde zeigt den württembergischen Herzog als Gürtelstück. Seine linke Hand hat er in die Seite gestützt, seine rechte hält ein Paar Handschuhe. Er trägt ein kleines Barett, ein schwarzes, gemustertes Wams, einen schwarzen Gürtel mit Goldverzierungen, einen schwarzen Schultermantel, eine kleine Halskrause und eine goldene Halskette mit Anhänger. Die goldene Aufschrift nennt den Namen und das Todesjahr des Darstellten sowie das Entstehungsjahr des Gemäldes: CHRISTOF HERZOG ZU WIRTEBERG STARB A(nn)o 1568 A(nn)o 1569.
Herzog Christoph war der einzige Sohn des Herzogs Ulrich von Württemberg und der Herzogin Sabina von Bayern. Er heiratete 1544 eine evangelische Prinzessin, Anna Maria von Brandenburg-Ansbach, mit der er zwölf Kinder hatte, von denen zehn das Erwachsenenalter erreichten.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt des Herzogs Christoph von Württemberg

Das Miniaturgemälde ähnelt stark einem anderen Bildnis des Herzogs Christoph von Württemberg aus einer Serie von Herrscherporträts des Landesmuseums, jedoch ist dieses im Gegensatz zu den übrigen nicht auf das Jahr 1569 datiert. Die Haltung und die dunkle Kleidung des Herzogs sind dieselben, auch die goldene Kette mit dem Tau-Anhänger, der apotropäisch wirken sollte, stimmen überein. Beide Miniaturen haben vermutlich ein ganzfiguriges Porträt von Abraham Hel zum Vorbild, von dem sich in Schloss Ambras noch eine Kopie aus der Sammlung Erzherzog Ferdinands II. erhalten hat. Das Original existiert heute wohl nicht mehr.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt Herzog Christoph von Württemberg

Der Mediziner und Botaniker Leonhart Fuchs lebte und arbeitete von 1535 bis zu seinem Tod in Tübingen. Er wurde durch den württembergischen Herzog Ulrich an die Universität berufen, um dort mit weiteren evangelischen Professoren die Neuorganisation der Hochschule nach den Prinzipien des Humanismus durchzuführen. Herzog Christoph schätzte ihn ebenfalls und ernannte ihn zu seinem Leibarzt.
Besonders durch seine Vorreiterrolle in der Botanik erlangte Fuchs internationale Bekanntheit. 1542 veröffentlichte er sein erstes Kräuterbuch, in dem er einheimische und ausländische Pflanzen mit ihren Besonderheiten und medizinischen Wirkungen beschrieb. Mithilfe mehrerer Künstler ließ er sehr detaillierte Holzschnitte der besprochenen Blumen, Kräuter und Bäume anfertigen, die häufig mehrere Entwicklungszustände zeigten, um so informativ wie möglich zu sein.
Einer der von ihm beauftragten Maler war Heinrich Füllmaurer. Ihm wird auch dieses Halbfigurenporträt zugeschrieben, das Fuchs in einen schweren Pelzmantel gehüllt zeigt, einen Stängel Ehrenpreis in der linken Hand haltend.
[Delia Scheffer]

Porträt des Mediziners und Botanikers Leonhart Fuchs

Renaissancefürsten ließen sich oftmals prunkvoll gerüstet porträtieren. Durch einen Rückbezug auf das mittelalterliche Bild des christlichen Ritters hebt diese repräsentative Darstellung die Willensstärke und Einsatzbereitschaft des Herrschers zur Verteidigung seines Landes gegen innere und äußere Feinde hervor.
Der spanische König Philipp II. (reg. 1556-1598), der sich als Verteidiger des katholischen Glauben gegen die Anhänger der Reformation verstand, wählte nach dem Vorbild seines Vaters Kaiser Karl V. (reg. 1516-1556) wiederholt diese Darstellungsform. Weiteres Kennzeichen seines sozialen Ranges ist in diesem Brustbild insbesondere der Orden vom Goldenen Vlies, den der Habsburger an einem roten Band in der Farbe seines Hauses um den Hals trägt.
[Noreen Klingspor]

Bildnis Philipps II. von Spanien

Im Jahr 1576 fand in Straßburg ein großes Preisschießen statt, an dem auch Schützen aus Bern und Zürich teilnahmen. Um an dieses Fest zu erinnern, gab die Reichsstadt Gedenkprägungen im Wert eines Reichsguldens aus.
Auf der Vorderseite sind zwei Büchsen und eine Armbrust dargestellt, begleitet von der Inschrift LVD(is) PVB(licis) – für die öffentlichen Spiele. Die Rückseite zeigt das Wappen Straßburgs. Die Inschrift lautet: IVVENTUTI ARGE(ntinensi) MNEMOSIN(on) – Erinnerung für die Straßburger Jugend.
[Matthias Ohm]

Gedenkmedaille an das Armbrustschießen der Reichsstadt Straßburg, ...

Johann von Brandenburg-Küstrin gehört zu den Personen in der auf das Jahr 1569 datierten Miniaturenserie des Landesmuseums, die keine direkte Verbindung zum Haus Württemberg hatten. Der Markgraf war jedoch der Schwiegervater von Herzog Christophs Schwager Georg Friedrich von Brandenburg-Ansbach und zudem entfernt mit der Ansbacher Familie verwandt. Er ist hier in einem weißen gefältelten Hemd, einem schwarzen Wams und einer schwarzen Schaube dargestellt. Auf seinem Kopf trägt er ein schief sitzendes Barett. Die Frisur mit den glatten kinnlangen Haaren und den Stirnfransen war um die 1530er Jahre sehr modisch. Die Inschrift auf dem Gemälde lautet "JOHANES MARGRAVE ZU BRANDENBURG Ao 1569".
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt des Markgrafen Johann I. von Brandenburg-Küstrin

In der Mitte des 16. Jahrhunderts entstanden Medaillen, mit denen die Anhänger der Reformation die Würdenträger der katholischen Kirche verspotteten. Diese Werke haben nicht nur zwei Ansichten – jeweils eine auf Vorder- und Rückseite –, sondern vier. Denn wenn diese Medaillen um 180° gedreht werden, so kommt es zu dramatischen Verwandlungen: Der Papst mit der Tiara auf dem Haupt wird zum Teufel, der Kardinal mit seinem flachen Hut wird zu einem Narren mit Eselsohren.
Die Inschriften erläutern die Darstellungen. Auf dem Avers steht: ECCLESIA PERVERSA TENET FACIEM DIABOLI – Die verkehrte Kirche zeigt ihr teuflisches Gesicht. Auf dem Revers ist zu lesen: ALIQVANDO SAPIENTES STVLTI – Irgendwann werden die Weisen dumm.
[Matthias Ohm]

Spottmedaille auf die katholische Kirche, Mitte des 16. Jahrhunderts