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Landesmuseum Württemberg Heiratspolitik in Miniaturporträts

Heiratspolitik in Miniaturporträts

Das Landesmuseum Württemberg bewahrt 31 kleinformatige Porträts, die im Jahr 1569 und wenig später entstanden. Diese Bildnisse, die Mitglieder des Hauses Württemberg und verschwägerter Familien zeigen, sind auch Dokumente der gezielten Heiratspolitik, mit der die Herzöge von Württemberg während des Reformationszeitalters ein Netzwerk im evangelischen Deutschland knüpften. Herzog Ulrich (reg. 1503–1519 und 1534–1550) sowie vor allem sein Sohn und Nachfolger Christoph (reg. 1550–1568), der zwölf Kinder hatte, nutzten Eheschlüsse, um das Herzogtum Württemberg unter den evangelischen Familien im Reich zu vernetzen.
Die meisten Gemälde sind auf das Jahr 1569 datiert, entstanden also unter der Herrschaft von Herzog Christophs minderjährigem Sohn Ludwig, der die Regierung Württembergs nach dem Tod seines Vaters am 28. Dezember 1568 unter Vormundschaft angetreten hatte. Neben Ludwigs Eltern, Geschwistern und seinen Vorfahren väterlicherseits sind viele Mitglieder aus der Familie seiner Mutter Anna Maria von Brandenburg-Ansbach abgebildet. Auch Personen, die nicht aus dem direkten familiären Umfeld stammten, sind Teil der Serie. Andererseits fehlen wichtige Familienmitglieder, wie beispielsweise Ludwigs Großvater Ulrich von Württemberg, was darauf schließen lässt, dass die Porträtserie ursprünglich deutlich größer war.
Da drei der dargestellten Personen zweimal porträtiert sind, muss es sich um mindestens zwei verschiedene, nur noch fragmentarisch erhaltene Serien handeln. Alle Porträts haben etwa die gleiche Größe, alle sind in Öl auf hochwertigem Holz gemalt und alle haben einen rot-golden oder schwarz-golden gefassten gekehlten Holzrahmen. Die Gemälde zeigen die Porträtierten bis zur Hüfte, Inschriften im oberen Bereich nennen Namen, Titel und Alter der Dargestellten sowie in vielen Fällen die Entstehungszeit. Es ist davon auszugehen, dass es sich bei den meisten Porträts um Kopien bereits vorhandener Gemälde handelt, da für einige Bildnisse die Vorbilder nachgewiesen werden konnten.
Weiterführende Informationen bietet der Aufsatz Matthias Ohm / Delia Scheffer, Verwandtschaft en miniature. Die Heiratspolitik Herzog Christophs von Württemberg in Porträts, in: Genealogie Heft 3/2015, S. 483–502.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

[ 31 Objects ]

Miniaturporträt des Markgrafen Georg Friedrich von Brandenburg-Bayreuth-Ansbach

Das qualitätsvollste Stück der Serien von Miniaturporträts, die um das Jahr 1569 angelegt wurden und die Mitglieder des Hauses Württemberg und der mit ihm verschwägerten Familien zeigen, ist das Bildnis des Markgrafen Georg Friedrich von Brandenburg-Bayreuth-Ansbach. Er war Herzog Christoph von Württembergs Schwager, da seine Schwester Anna Maria von Brandenburg-Ansbach mit dem Herzog verheiratet war.
Das Porträt Markgraf Georg Friedrichs von Brandenburg-Ansbach wurde nach einem ganzfigurigen Bildnis des Markgrafen von Lucas Cranach dem Jüngeren geschaffen, das heute von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg bewahrt wird.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt des Fürsten Joachim Ernst von Anhalt-Zerbst, Ehemann der Herzogin Eleonora von Württemberg

Im Jahr 1571 heiratete Fürst Joachim Ernst von Anhalt-Zerbst Eleonora von Württemberg, eine Tochter Herzog Christophs. Joachim Ernst trägt ein schwarzes Wams mit Goldknöpfen, hohem Kragen und weißer Halsrüsche, einen Schultermantel mit breitem Pelzkragen und eine große Goldkette. Die Inschrift nennt Namen und Titel des Dargestellten sowie das Entstehungsjahr des Porträts: „JOACHIIM ERNST FÜRST ZU ANHALT A(nn)o 1571“. Damit ist dieses Bildnis jünger als die meisten Werke aus den Serien von Miniaturporträts, die 1569 entstanden und im Landesmuseum bewahrt werden.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt des Grafen Georg Ernst von Henneberg

Georg Ernst regierte die Grafschaft Henneberg von 1559 bis 1583. Er war mit Elisabeth von Württemberg, einer Tochter Herzog Christophs, verheiratet. Das Miniaturporträt zeigt ihn mit grauem Haupt- und Barthaar. Er trägt ein schief sitzendes Zylinderbarett, ein schwarzes Wams mit Gürtel, hohem Kragen, weißer Halsrüsche mit weißen Bändeln und einen schwarzen Schultermantel mit steifem Kragen.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt der Landgräfin Elisabeth von Hessen

Elisabeth war eine Schwester der hessischen Landgrafen Ludwig und Wilhelm, die beide Töchter des württembergischen Herzogs Christoph geheiratet hatten. Sie war also eine Schwägerin der Herzoginnen Hedwig und Sabina von Württemberg.
Das Porträt zeigt die hessische Prinzessin mit weiß-blonden Haaren unter einem goldenen Haarnetz und einem schwarzen Barett mit Goldschleifchen. Sie trägt einen schwarzen Vlieger (einen weiten Rock) mit Puffärmeln, hohem Kragen und kleiner weißer Krause.
Die hessische Prinzessin war seit 1560 mit dem späteren pfälzischen Kurfürsten Ludwig VI. verheiratet. Die Inschrift nennt – neben ihrem Namen, ihrer Herkunft und dem Entstehungsjahr des Porträts – auch diese Würde: ELISABETH PFALTZGRAVIN GEBORNE LANDGRAVI ZU HESSE ANNO 1569
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt des Landgrafen Wilhelm IV. von Hessen-Kassel

Wilhelm war ein Sohn des hessischen Landgrafen Philipp. Nach dessen Tod 1567 wurde Hessen unter seinen Söhnen aufgeteilt und Wilhelm erhielt den nördlichen Teil der Landgrafschaft: Hessen-Kassel. Ein Jahr zuvor hatte er die württembergische Herzogin Sabina (KRGT Miniat. XIX,14) – eine Tochter Herzog Christophs – geheiratet.
Das Miniaturporträt zeigt ihn in einer grauen Weste, einem grauen Wams mit blauen Borten, hohem Kragen und weißer kleiner Krause sowie einem schwarzen Schultermantel mit reicher silberner und goldener Stickerei. Auf Kopf trägt er einen schwarzen Hut, der mit einer Goldkette und einer weißen Feder geschmückt ist.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt des Landgrafen Ludwig IV. von Hessen-Marburg

Ludwig, ein Sohn des hessischen Landgrafen Philipp, erhielt bei der Landesteilung von 1567 Hessen-Marburg zugesprochen. Er war ein Schwiegersohn Herzog Christophs, da er vier Jahre zuvor dessen älteste Tochter Hedwig geheiratet hatte. Mit diesem Eheschluss und weiteren zwischen den Kindern der beiden Herrscher wurden die engen Beziehungen zwischen der Landgrafschaft Hessen und dem Herzogtum Württemberg weiter vertieft. Hessen spielte für Württemberg im Reformationszeitalter eine bedeutende Rolle. Dem württembergischen Herzog Ulrich war es mit Unterstützung des hessischen Landgrafen Philipp im Jahre 1534 gelungen, sein Land von den Habsburgern zurückzuerobern.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt der Markgräfin Hedwig von Brandenburg-Ansbach, geb. Herzogin von Münsterberg-Oels

Hedwig, eine Tochter Herzog Karls I. von Münsterberg-Oels, heiratete 1525 Markgraf Georg von Brandenburg-Ansbach (KRGT Miniat. XIX,15). Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor, von denen eine – Anna Maria – im Jahr 1544 die Ehefrau des württembergischen Herzogs Christoph werden sollte. Die Inschrift nennt den Namen, die Würden und das Todesdatum der Dargestellten: HEDWIG MARGRAVIN ZU BRANDENBURG GEBORNNE HERZOG. VON MUNSTERBERG STARB 1531.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt der Gräfin Elisabeth von Henneberg, geborene Herzogin von Württemberg

Dieses Porträt der Elisabeth von Henneberg unterscheidet sich deutlich von einem zweiten Bildnis der Gräfin, das aus einer auf das Jahr 1569 datierten Serie von Miniaturen stammt und ebenfalls im Landesmuseum bewahrt wird. Statt des dort üblichen schwarzen Hintergrunds, vor dem die Herzogskinder dargestellt sind, ist das Bildnis hier vor einen grauen Hintergrund gesetzt. Herzog Christophs Tochter ist mit einem schwarzen geöffneten Überkleid mit reicher Silber- und Goldstickerei bekleidet. Es hat hohe, geschlitzte Puffärmel und ist lediglich am Kragen geschlossen. Darunter trägt Elisabeth ein dunkelrotes Unterkleid.
Das Porträt gehört wohl zu einer zweiten Serie von Bildnissen, bei denen die Maler möglicherweise nicht so einheitliche Vorgaben zum Erscheinungsbild der Porträts hatten, wie bei der Serie, die 1569 in Auftrag gegeben wurde.
[Matthias Ohm, Delia Scheffer]

Miniaturporträt der Landgräfin Hedwig von Hessen-Marburg, geb. Herzogin von Württemberg

Hedwig war die älteste Tochter Herzog Christophs von Württemberg. Im Jahr 1563 heiratete sie in Stuttgart Ludwig, den späteren Landgrafen von Hessen-Marburg, ein Sohn Philipps des Großmütigen. Das Paar blieb kinderlos. Die goldene Inschrift nennt den Namen und die Titel der Dargestellten sowie das Entstehungsjahr des Porträts: „HEDWIG LANDGRAVI(n) ZU HESSE(n) GEB(o)RE(ne) HERZOGI(n) ZU WIRT(en)BERG AN(n)O 1569“.
Die Prinzessin hat blonde, zurück gekämmte Haare unter einem goldenen Netz und einem kleines, schief sitzendes, schwarzes Barett mit weißer Feder. Sie trägt ein schwarzes Gewand mit Puffärmeln und goldenen Schleifchen, hohem Kragen und kleiner weißer Krause. Um ihren Hals liegt eine dreifache Goldkette mit zwei Anhängern.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt des Markgrafen Johann I. von Brandenburg-Küstrin

Johann von Brandenburg-Küstrin gehört zu den Personen in der auf das Jahr 1569 datierten Miniaturenserie des Landesmuseums, die keine direkte Verbindung zum Haus Württemberg hatten. Der Markgraf war jedoch der Schwiegervater von Herzog Christophs Schwager Georg Friedrich von Brandenburg-Ansbach und zudem entfernt mit der Ansbacher Familie verwandt. Er ist hier in einem weißen gefältelten Hemd, einem schwarzen Wams und einer schwarzen Schaube dargestellt. Auf seinem Kopf trägt er ein schief sitzendes Barett. Die Frisur mit den glatten kinnlangen Haaren und den Stirnfransen war um die 1530er Jahre sehr modisch. Die Inschrift auf dem Gemälde lautet "JOHANES MARGRAVE ZU BRANDENBURG Ao 1569".
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt des Markgrafen Friedrich der Ältere von Brandenburg-Ansbach

Markgraf Friedrich der Ältere war der Großvater von Herzog Christophs Ehefrau Anna Maria von Brandenburg-Ansbach. Mit seiner Frau Sofia von Polen hatte er 17 Kinder, unter denen Anna Marias Vater Georg der zweite von zehn Söhnen war. Die Porträts von fünf weiteren Söhnen Friedrichs sind in einer Miniaturserie des Landesmuseums enthalten.
Der Markgraf ist in eine schwarze Schaube gekleidet dargestellt. Auf dem Kopf trägt er eine ebenfalls schwarze Mütze. Sein grauer Vollbart umrandet das ansonsten glatt rasierte Gesicht. Um den Hals hängen mehrere goldene Ketten mit Anhängern. Die Inschrift bezeichnet ihn als „FRIDERICH MARGRAF ZU BRANDENBURG MARGRA GERGE HER VATER Ao 1529. 1569“, also als den Herrn Vater des Markgrafen Georg.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt des Markgrafen Johann Albrecht von Brandenburg, Bischof von Magdeburg

Johann Albrecht war einer der jüngsten Söhne Markgraf Friedrichs des Älteren von Brandenburg. Als nicht regierender Markgraf schlug er eine kirchliche Karriere ein und wurde Erzbischof von Magdeburg und Bischof von Halberstadt.
Der Markgraf ist hier als Gelehrter präsentiert: Er trägt über einem gefältelten Hemd ein dunkles Gewand, darüber eine Schaube mit braunem Pelz und eine Klappmütze. In Händen hält er ein kostbares Buch mit Goldschnitt. Die Inschrift "HANS ALBRECHT MARKGRAF VON BRANDENBURG BISCHOF ZU MADEBURG GEBOR Ao 1499 Ao 1569" identifiziert ihn als Bischof von Magdeburg. Da er das Amt erst seit 1545 innehatte, ist das Vorbild für dieses Porträt nicht vor diesem Jahr entstanden.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt des Markgrafen Wilhelm von Brandenburg

Dieses Gemälde ist das rätselhafteste innerhalb der 1569 entstandenen Porträtserie mit Familienmitgliedern des Hauses Württemberg. Dargestellt ist ein bärtiger Mann, der seine Hände locker verschränkt vor dem Bauch hält. Er trägt über einem schwarzen Gewand eine Schaube mit braunem Pelzkragen. Auf dem Kopf sitzt ein schwarzes Barett. Die Inschrift nennt ihn als "WILHELM ALBRECHT MARGRAVE ZU BRANDENBURG Ao 1524 Ao 1569". Das Jahr 1569 bezieht sich auf das Entstehungsjahr des Gemäldes, während 1524 wohl auf das Jahr verweist, in dem das Vorbild entstand. Ein Markgraf Wilhelm Albrecht von Brandenburg ist in dieser Zeit nicht nachweisbar. Höchst wahrscheinlich handelt es sich um einen Bruder von Herzog Christophs Schwiegervater Georg von Brandenburg-Ansbach, der Wilhelm hieß. Die Beschriftung des Gemäldes ist also fehlerhaft. Die Hinzufügung des Namens Albrecht entstand wohl dadurch, dass Wilhelm zwei jüngere Brüder hatte, die jeweils mit zweitem Namen Albrecht hießen.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt des Friedrich Markgraf zu Brandenburg, Domprobst zu Würzburg

Die Inschrift auf diesem Bildnis nennt Namen, Titel, Funktion und Todesjahr des Dargestellten sowie das Entstehungsdatum des Porträts: FRIEDRICH MARGRAF ZU BRANDENBURG DUMBROPST ZU WIRTSBURG STARB A(nn)o 1536 A(no)o 1569.
Friedrich stammte aus der Familie Brandenburg-Ansbach, die mit dem Haus Württemberg durch den Eheschluss Herzog Christophs mit Anna Maria verbunden war. Friedrich war ein Bruder des Schwiegervaters von Christoph. Im Gegensatz zu seinen Brüdern Georg, dem Markgrafen von Brandenburg-Ansbach, oder Albrecht, dem ersten Herzog in Preußen, blieb Friedrich katholisch und hatte unter anderem die Würde eines Dompropsts im Bistum Würzburg inne.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt des Markgrafen Albrecht von Brandenburg

Albrecht wurde 1511 der Hochmeister des Deutschen Ordens in Preußen. 14 Jahre schloss er sich der Reformation an und wandelte das Deutschordensland in das evangelische Herzogtum Preußen um, dessen erster Herrscher er wurde.
Die Inschrift nennt die Titel und den Todestag Albrechts: ALBRECHT MARGRAFF ZU BRANDENBURG IN PREUSSEN ZU STETTIN POMERN DER CASSUBE UND WENDEN ETC HERZOG BURGRAFF ZU NYRBERG UND FURST ZU RUGEN STARB DEN XX MARTII A(nn)o MDLXVIII.
Albrecht war ein Bruder des ansbachischen Markgrafen Georg, dessen Tochter Anna Maria mit dem württembergischen Herzog Christoph verheiratet war.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt des Erbprinzen Kasimir von Brandenburg-Kulmbach

Kasimir war ein Bruder des brandenburg-ansbachischen Markgrafen Georgs „des Frommen“. Dessen Tochter Anna Maria war mit Herzog Christoph von Württemberg verheiratet. Wegen der Verbindung des Hauses Württemberg mit den fränkischen Hohenzollern finden sich in den Stuttgarter Serien von Miniaturporträts auch einige Bildnisse der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach und von Brandenburg-Kulmbach.
Erbprinz Kasimir hat seine Hände unter der Brust gefaltet, er trägt ein großes schwarzes Tellerbarett, eine schwarze Schaube und eine Kette des Schwanenordens. Die Inschrift lautet: CASIMIRUS MARGRAF ZU BRANDENBURG STARB A(nn)o. 1527 A(nn)o. 1569.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt des Herzogs Christoph von Württemberg

Das Gemälde zeigt den württembergischen Herzog als Gürtelstück. Seine linke Hand hat er in die Seite gestützt, seine rechte hält ein Paar Handschuhe. Er trägt ein kleines Barett, ein schwarzes, gemustertes Wams, einen schwarzen Gürtel mit Goldverzierungen, einen schwarzen Schultermantel, eine kleine Halskrause und eine goldene Halskette mit Anhänger. Die goldene Aufschrift nennt den Namen und das Todesjahr des Darstellten sowie das Entstehungsjahr des Gemäldes: CHRISTOF HERZOG ZU WIRTEBERG STARB A(nn)o 1568 A(nn)o 1569.
Herzog Christoph war der einzige Sohn des Herzogs Ulrich von Württemberg und der Herzogin Sabina von Bayern. Er heiratete 1544 eine evangelische Prinzessin, Anna Maria von Brandenburg-Ansbach, mit der er zwölf Kinder hatte, von denen zehn das Erwachsenenalter erreichten.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt des Markgrafen Georg „der Fromme“ von Brandenburg-Ansbach

Christoph von Württemberg heiratete im Jahre 1544 Anna Maria, die älteste Tochter des Markgrafen Georg von Brandenburg-Ansbach. Georg, der die Beinamen „der Fromme“ und „der Bekenner“ erhielt, zählte zu den frühesten Anhängern der Lehre Martin Luthers. Als einer der ersten deutschen Landesherren führte er die evangelische Lehre in seinem Herrschaftsgebiet ein. Im Jahre 1533 erließ er, zusammen mit der Reichsstadt die Brandenburgisch-Nürnbergische Kirchenordnung mit Bestimmungen für all die Bereiche, die nach Einführung der Reformation neu geregelt werden mussten.
Der Eheschluss Christophs mit Anna Maria – einer Prinzessin aus einem der führenden protestantischen Häuser in Deutschland – stärkte seine Position unter den evangelischen Fürsten in Deutschland.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt der Herzogin Anna Maria von Württemberg, geb. Markgräfin von Brandenburg-Ansbach

Im Jahr 1544 heiratete Herzog Christoph von Württemberg Markgräfin Anna Maria von Brandenburg-Bayreuth, eine Tochter Georgs des Frommen. Das Paar hatte zwölf Kinder, von denen zehn das Erwachsenenalter erreichten.
Das Gemälde entstand nach dem Tod Christophs 1568, denn Anna Marias weiße Haube ist mit einem schwarzen Witwenband unter dem Kinn befestigt. Sie trägt einen schwarzen Vlieger (einen weiten Rock) mit Puffärmeln, hohem schwarzen Kragen mit kleiner weißer Krause und schwarzen Vorärmeln.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt der Herzogin Sabina von Württemberg, geb. Herzogin von Bayern

Sabina war die Tochter des bayerischen Herzogs Albrecht IV. und seiner Ehefrau Kunigunde, einer Tochter von Kaiser Friedrich III. und Schwester von Kaiser Maximilian I. Im Jahre 1498 wurde sie im Alter von sechs Jahren mit Herzog Ulrich von Württemberg verlobt, 1511 fand die Hochzeit statt. Das Paar hatte zwei Kinder: die Tochter Anna (Stuttgart 1513 – 1530 Urach), die 17-jährig an der Pest starb, und den Sohn Christoph, der 1550 seinem Vater als württembergischer Herzog nachfolgte.
Die Ehe von Sabina und Ulrich war nicht glücklich: Tätliche Auseinandersetzungen und sogar Morddrohungen sind überliefert. Sabina floh deshalb im November 1515 – nur ein halbes Jahr nach der Geburt Christophs – vor ihrem cholerischen Ehemann nach Bayern.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt der Herzogin Kunigunde von Bayern, geborene Erzherzogin von Österreich

Kunigunde war die Mutter der Sabina von Bayern, der Ehefrau Ulrichs von Württemberg, und damit die Großmutter von Herzog Christoph. Ihr Vater war Kaiser Friedrich III., ihr Bruder Kaiser Maximilian I.
Das Porträt – ein Jugendbildnis – zeigt sie in einem roten gegürteten Kleid mit Halbärmeln, großem Ausschnitt, weiß spitz zulaufendem Einsatz und Goldgürtel. Sie trägt eine große Zopfkrone mit Flittergold und goldenem Kronreif und Edelsteinen sowie eine mehrfach geschlungene Halskette mit einem kreuzförmigen Anhänger.
Dieses Porträt folgt einem Gemälde, das heute in der Fundación Coleccion Thyssen-Bornemisza, Pedralbes, Barcelona, bewahrt wird.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt des Grafen Friedrich von Mömpelgard, der spätere Herzog von Württemberg

Das Porträt zeigt Friedrich im Alter von zwölf Jahren, er trägt ein schwarzes Zylinderbarett mit Straußenfeder, ein schwarzes Wams mit hohem Kragen und Rüsche sowie eine goldene Kette. Seine linke Hand ruht auf dem Griff eines Degens, an seiner rechten Hüfte trägt er einen Dolch. Friedrich, der aus der württembergischen Nebenlinie Mömpelgard stammte, wurde am Hof Herzog Christophs erzogen. Als mit Ludwig, dem Sohn Christophs, die württembergische Hauptlinie ausstarb, trat Friedrich die Regierung in Stuttgart an.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt der Herzogin Sophia von Württemberg

Sophia war das jüngste Kind Herzog Christophs von Württemberg. Bei seinem Tod war sie erst fünf Jahre alt. Die hier als etwa Sechsjährige dargestellte Prinzessin heiratete im Jahr 1583 Herzog Friedrich Wilhelm I. von Sachsen-Weimar. Sie starb jung bei der Geburt ihres sechsten Kindes.
Das Porträt ist hier als Kniestück gehalten. Die Prinzessin trägt das gleiche schwarze Kleid mit Puffärmeln wie ihre Schwestern. Wie ihre anderen unverheirateten Schwestern hat sie spitzenbesetzte Ärmel und als Kopfbedeckung lediglich eine golddurchwirkte Haube.
Anscheinend musste dieses Bildnis einmal der Zerstörungswut widerstehen: Auf der Bildfläche, besonders im Bereich der dargestellten Figur, sind zahlreiche kurze Kerben oder Kratzer.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt der Herzogin Anna von Württemberg

Anna, die zweitjüngste der acht Töchter Herzog Christophs von Württemberg, heiratete zwei schlesische Adelige: 1582 zunächst Herzog Johann Georg von Liegnitz-Wohlau und nach dessen Tod Herzog Friedrich IV. von Liegnitz. In ihrer ersten Ehe gebar sie zwei Kinder, die jedoch früh starben.
Auf diesem Porträt ist Anna als Achtjährige dargestellt. Ihre Haltung ist dieselbe, wie die ihrer älteren Schwestern, die in der 1569 gefertigten Porträtserie ebenfalls dargestellt wurden. Annas schwarzes Kleid mit Pfuffärmeln und spitzenbesetzten Ärmeln ähnelt deutlich den Gewändern der anderen Herzogstöchter. Sie trägt eine doppelte Goldkette mit zwei Anhängern und einen goldenen Gürtel. Das Bildnis beinhaltet als einziges in der Serie eine kleine grünlich-graue Brüstung, hinter der die Prinzessin steht.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt des Herzogs Maximilian von Württemberg

Als der österreichische Erzherzog (und spätere Kaiser) Maximilian II. im Jahre 1556 durch Württemberg zog, wurde er in Stuttgart mit allen Ehren empfangen. Der Kaiser übernahm sogar die Patenschaft für Christophs Sohn, der am 27. August 1556 geboren wurde. Der berühmte Pate brachte dem kleinen württembergischen Maximilian jedoch kein Glück: Nur gut ein halbes Jahr nach seiner Geburt, am 17. März 1557, verstarb er. Das zwölf Jahre später entstandene Bildnis zeigt den Prinzen in der üblichen Darstellungsweise für verstorbene Kinder: mit zum Gebet zusammengelegten Händen und in ein weißes Hemd gekleidet.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt der Herzogin Eleonora von Württemberg

Herzog Christophs fünfte Tochter Eleonora heiratete 1571, zwei Jahre nach der Entstehung dieses Porträts, Fürst Joachim Ernst von Anhalt, mit dem sie zehn Kinder bekam. 1589 heiratete sie zum zweiten Mal: Ihr Bräutigam war Landgraf Philipps jüngster Sohn Georg von Hessen-Darmstadt. Damit hatten sich drei von vier Söhnen des Landgrafen mit Töchtern Herzog Christophs von Württemberg vermählt.
Wie die meisten ihrer Schwestern trägt Eleonora auf ihrem Porträt ein schwarzes Kleid mit großen Puffärmeln, die mit goldenen Schleifchen besetzt sind. Die roten Ärmel sind mit Spitze besetzt. Wie ihre anderen unverheirateten Schwestern trägt sie auf der golddurchwirkten Haube kein Barett.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt der Herzogin Emilia von Württemberg, spätere Pfalzgräfin von Simmern

Emilia war die vierte Tochter Herzog Christophs von Württemberg. 1578 – und damit neun Jahre nach Entstehung dieses Porträts – heiratete sie Pfalzgraf Richard von Simmern. Das Paar bekam keine Kinder und als Emilia mit 39 Jahren starb, heiratete ihr Mann nochmals. Auch diese Ehe sollte ohne Nachkommen bleiben.
Das Gemälde zeigt sie im Alter von 19 Jahren mit zurückgekämmten, gescheitelten braunen Haaren, die von einem goldenen Netz auf dem Hinterkopf zusammen gehalten werden. Die kurzen Puffärmel ihres taillierten Kleids sind mit Goldschleifen verziert und um ihren Hals liegt eine dreifache Goldkette mit zwei kreuzförmigen Anhängern.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt der Landgräfin Sabina von Hessen-Kassel, geborene Herzogin von Württemberg

Sabina von Hessen-Kassel trägt auf diesem Porträt ein rotbraunes Kleid, das aus einem Unter- und einem geöffneten Überkleid besteht. Weiße Rüschen am Hals und an den roten, gold-gestreiften Ärmeln akzentuieren das Gewand. Auf dem Kopf trägt sie eine Haube, die von einem kleinen, schief sitzenden Barett bekrönt wird.
Die Inschrift nennt Sabinas Titel und das Datum der Ausführung: "SABINA LANDGRÄFIN ZU HESSEN GEBORNE HERZOG. ZU WIRTEMB. Ao 1570". Demnach gehört das Gemälde im Gegensatz zu einem anderen Porträt der Sabina nicht zu der Bildnisserie von 1569, sondern ist eine spätere Hinzufügung, wohl für eine zweite Serie.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt der Sabina von Hessen-Kassel, geborene Herzogin von Württemberg

Wie ihre ältere Schwester Hedwig heiratete auch Christophs dritte Tochter, Sabina von Württemberg, einen Sohn des hessischen Landgrafen: Wilhelm, den ältesten der vier legitimen Söhne Philipps, den späteren Herrscher von Hessen-Kassel. Das Paar vermählte sich 1566 in Marburg. Im Gegensatz zu den Verbindungen von ihren meisten Schwestern war Hedwigs Ehe sehr kinderreich: Elf Kinder gebar sie, darunter den Landgrafen Moritz, genannt der Gelehrte.
Sabina trägt über einem orangefarbenen Unterkleid ein schwarzes, gold- und silberbesticktes Überkleid, das nur am Kragen geschlossen ist. In ihren gefalteten Händen hält sie ein Paar brauner Handschuhe. In der Aufschrift "SABINA LANDGRAVI ZU HESSE GEBORNE HERZOGI ZU WIRTEBERG ANO 1569" wird sie als verheiratete Frau präsentiert.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt der Gräfin Elisabeth von Henneberg, geborene Herzogin von Württemberg

Elisabeth, die zweite Tochter Herzog Christophs von Württemberg war zwei Mal verheiratet, zunächst mit Graf Georg Ernst von Henneberg, nach dessen Tod mit Pfalzgraf Georg Gustav von Veldenz-Lauterecken. Beide Ehen blieben kinderlos. Dieses Miniaturporträt zeigt Elisabeth während ihrer ersten Ehe, wie die Inschrift mitteilt: „ELISABETH GRAVIN UND FRAU ZU HENEBERG GEBORNE HERZOGI(n) ZU WIRTEBERG ANNO.1569“.
Elisabeth hat dunkles, zurück gekämmtes Haar, das von einem goldenen Netz gehalten wird und auf dem ein schwarzes Barett mit Federn sitzt. Die Ärmel ihres Gewandes sind mit goldenen Schleifchen verziert. Sie trägt eine goldene dreifache Goldkette, an der zwei Anhänger befestigt sind.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]

Miniaturporträt Herzog Christoph von Württemberg

Das Miniaturgemälde ähnelt stark einem anderen Bildnis des Herzogs Christoph von Württemberg aus einer Serie von Herrscherporträts des Landesmuseums, jedoch ist dieses im Gegensatz zu den übrigen nicht auf das Jahr 1569 datiert. Die Haltung und die dunkle Kleidung des Herzogs sind dieselben, auch die goldene Kette mit dem Tau-Anhänger, der apotropäisch wirken sollte, stimmen überein. Beide Miniaturen haben vermutlich ein ganzfiguriges Porträt von Abraham Hel zum Vorbild, von dem sich in Schloss Ambras noch eine Kopie aus der Sammlung Erzherzog Ferdinands II. erhalten hat. Das Original existiert heute wohl nicht mehr.
[Matthias Ohm/Delia Scheffer]