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Landesmuseum Württemberg Schausammlung "LegendäreMeisterWerke. Kulturgeschichte(n) aus Württemberg"

Schausammlung "LegendäreMeisterWerke. Kulturgeschichte(n) aus Württemberg"

Anlässlich des 150-jährigen Gründungsjubiläums eröffnete das Landesmuseum Württemberg im Mai 2012 die Schausammlung "LegendäreMeisterWerke. Kulturgeschichte(n) aus Württemberg" im Alten Schloss. Mit über 1000 Werken aus 80.000 Jahren bietet die Ausstellung einen chronologischen Rundgang durch die Kulturgeschichte der Region. Hier finden Sie eine Auswahl der ausgestellten Objekte.

[ 350 Objects ]

Der goldene Fingerring, wohl aus Kemnat, ist das älteste Stück der Sammlung des Frühen Mittelalters des Landesmuseums Württemberg. Er stammt noch aus dem späten 3. Jahrhundert. Zu den Fundumständen ist nichts bekannt, nicht einmal der Fundort selbst. Gleichartige Ringe sind aber aus germanischen Fürstengräbern im Mittelelbe-Saale-Gebiet bekannt. Offenbar wurde der Ring von den Neuankömmlingen aus ihrer Heimat mitgebracht und wirft ein Licht auf ihre Herkunftsregionen.
Der Ring ist in der Schausammlung "LegendäreMeisterWerke" im Alten Schloss ausgestellt.

Fingerring

Mit großem Aufwand war ein circa dreijähriges Mädchen bei Gundelsheim für das Jenseits ausgestattet worden. Neben drei Fibelpaaren war es unter anderem mit zwei silbernen Armringen, einer Bernsteinkette, einem römischen Anhänger in Muschelform sowie einer Bronzeschüssel geradezu fürstlich bestattet worden. Interessant sind die silbernen Armbrustfibeln mit ihrer armbrustartig gestalteten Spiralkonstruktion, da sie eine Herkunft der Familie aus dem Mittelelbe-Saale-Gebiet belegen.
Das Ensemble ist in der Schausammlung "LegendäreMeisterWerke" im Alten Schloss ausgestellt.

Grabbeigaben eines circa dreijährigen Mädchens

In einer großen holzverschalten Grabkammer wurde die 20- bis 30-jährige Frau beerdigt. Die Kammer bot nicht nur Platz für die Tote selbst, sondern auch für eine eisenbeschlagene Kleiderkiste sowie ein aufwendiges Service, auf dem Speisen und Getränke, darunter zwei Spanferkel und Weintrauben, angerichtet waren. Geschmückt war die Tote unter anderem mit einer großen Kette aus Bernstein und einer goldenen Haarnadel.
Das Ensemble ist in der Schausammlung "LegendäreMeisterWerke" im Alten Schloss ausgestellt.

Beigaben des Frauengrabes 2, Lauffen am Neckar

Obwohl der Dargestellte - aufgrund des Eichenlaubkranzes sicher ein Kaiser - nicht eindeutig zu benennen ist, deutet das Löwenfell, das über seinem Arm hängt, auf Commodus (reg. 180 bis 192 nach Christus) hin. Dieser sah sich als Inkarnation des Hercules und ließ sich häufiger mit dessen Attributen darstellen. Auf diese Weise erschien er als Verkörperung des mythischen Helden, der einst einen Löwen erwürgt hatte.
Der Kopf einer Kaiserstatue ist in der Schausammlung "LegendäreMeisterWerke" im Alten Schloss ausgestellt.

Kopf einer Kaiserstatue

Um die Wende vom 5. zum 6. Jahrhundert fand der Herrschaftssitz auf dem Runden Berg bei Bad Urach ein gewaltsames Ende, das wahrscheinlich mit den Konflikten zwischen Alamannen und Franken zusammenhängt; sie bedeuteten für die Alamannen den Verlust ihrer politischen Selbstständigkeit.
Ihren Niederschlag finden diese Kämpfe in den zahlreichen Hortfunden, denn die Bewohner - hier wohl ein Schmied - versuchten ihre Habe in Verstecken zu schützen. Dieser Fund besteht aus landwirtschaftlichen Geräten und Schmiedewerkzeugen.
Das Ensemble ist in der Schausammlung "LegendäreMeisterWerke" im Alten Schloss ausgestellt.

Hortfund mit landwirtschaftlichen Geräten und Schmiedewerkzeugen

Auf dem Runden Berg bei Bad Urach hatten spezialisierte Handwerker, die für den Bedarf einer Elite produzierten, ihre Werkstätten. Davon zeugen neben den Funden von Feinwaagen und Gewichten unter anderem halb fertiggestellte Bügelfibeln oder sogenannte Schwertortbänder, wie sie sie von Goldgriffspathen bekannt sind. Diese Stücke wurden von ihren Besitzern vergraben, in der Hoffnung, sie nach dem Ende der Kämpfe wieder bergen zu können. Sie sind in der Schausammlung "LegendäreMeisterWerke" im Alten Schloss ausgestellt.

Halbfabrikate, Schmuck und Waffenteile eines Hortfundes

Zu den beliebtesten Importgütern gehörten Terra-Sigillata-Gefäße - ein rot glänzendes Tafelgeschirr. Manufakturen in Südgallien versorgten im 1. Jahrhundert nach Christus den Markt. Sie wurden im 2. Jahrhundert von Töpfereien in Mittel- und dann in Ostgallien sowie Obergermanien abgelöst. Ab der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts wurde Terra Sigillata auch in Südwestdeutschland, z. B. in Waiblingen, gefertigt.
Der Terra-Sigillata-Becher aus Burladingen ist in der Schausammlung "LegendäreMeisterWerke" im Alten Schloss ausgestellt.

Terra-Sigillata-Becher

In einigen Fällen waren Gewichte sehr aufwendig gestaltet, etwa als Medaillon mit rundplastischen Büsten. Auf diesem Exemplar ist Merkur dargestellt, der Gott des Handels und des Geldvermehrens. Sein Bild eignet sich hervorragend zur Verzierung eines Gewichts.
Das Laufgewicht aus Bad Wimpfen ist in der Schausammlung "LegendäreMeisterWerke" im Alten Schloss ausgestellt.

Laufgewicht einer Waage mit Merkurbüste

Der Bronzedeckel zeigt in der Mitte einen Hasen und Weintrauben, umgeben von sechs Ferkeln. Auf dem äußeren Kreis sind zwölf Geflügeltiere zu sehen. Zum welchem Gefäß dieser einzigartige Deckel einst gehörte, ist nicht bekannt.
Der Bronzedeckel aus Mundelsheim ist in der Schausammlung "LegendäreMeisterWerke" im Alten Schloss ausgestellt.

Bronzedeckel

In kleinen Dosen oder Büchsen (Pyxiden) aus Bein wurden mitunter Salben und Puder aufbewahrt. Figürlich gestaltete Exemplare wie dieses aus Heidenheim in Form eines Frauenkopfes mit aufwendiger Frisur finden sich dabei allerdings selten.
Das Döschen ist in der Schausammlung "LegendäreMeisterWerke" im Alten Schloss ausgestellt.

Döschen in Form eines Frauenkopfes

Noch vor dem Brennen wurden hier in einen Räucherkelch Graffiti eingeritzt. Die Ritzinschrift des einen Bruchstücks lässt sich gut entziffern: "FORTUNATI SVM IOCOSVS" - Ich (d. h. der Kelch) bin ein Scherz des Fortunatus. Die Inschrift des zweiten Fragments ist nur teilweise erhalten und nicht rekonstruierbar.
Die beiden Fragmente aus Walheim sind in der Schausammlung "LegendäreMeisterWerke" im Alten Schloss ausgestellt.

Zwei Fragmente eines Räucherkelchs mit Graffiti

Unter den Stempeln der 22. Legion, die man in einer Militärziegelei in Heilbronn-Böckingen fand, befand sich auch dieser Ziegel (eine Hypokaustenplatte) mit einem Qualitäts-/Kontrollstempel.
Im Alltag der Soldaten nahmen Bau- und Handwerksarbeiten einen großen Raum ein, so bestand z. B. eine ihrer Aufgaben im Ziegelbrennen. Aus Inschriften geht hervor, dass es ein Amt als Ziegelkontrolleur zur Qualitätsprüfung der einzelnen Ziegel gab. Bestand ein Ziegel diese Prüfung, so wurde er mit dem Stempel mit der Inschrift "IUSTUM FECIT" versehen, was "Gut/Rechtens gemacht" bedeutet.
Der Ziegel mit dem Abdruck eines Kontrollstempels ist in der Schausammlung "LegendäreMeisterWerke" im Alten Schloss ausgestellt.

Ziegel mit Kontrollstempel

Auch schon die Römer bestimmten die Tageszeit an Hand von Uhren, den Sonnenuhren. Die Tages- und Nachtzeit wurde unabhängig von der Jahreszeit in je zwölf Stunden eingeteilt, was zur Folge hatte, dass die Stunden im Winter kürzer waren als im Sommer. Nur an den beiden Tagundnachtgleichen umfasste eine Stunde genau 60 Minuten.
Die in Stuttgart-Hofen gefundene Sonnenuhr bestand ursprünglich aus einer kreisrunden Schale. Darin wurden die Mittagslinie (Meridian) und von dieser nach rechts und links abgehend die Stundenlinien eingeritzt. Diese wiederum wurden von zwei parallelen Querlinien, die die beiden Wendekreise darstellen sollen, geschnitten. Der Zeiger war an einem Punkt auf der Meridianlinie angebracht. Auf der Sonnenuhr ist am oberen Außenrand noch der Teil einer Inschrift erhalten, "INIUS TA", die höchstwahrscheinlich den Namen des Besitzers wiedergibt.
Die Sonnenuhr ist in der Schausammlung "LegendäreMeisterWerke" im Alten Schloss ausgestellt.

Sonnenuhr

1914 wurde unmittelbar nördlich der Martinskirche in Pfullingen das Grab eines reichen Mannes gefunden. Mit Sporen, Schwert und Lanze ausgestattet, entsprach er ganz dem zeitgemäßen Ideal eines Reiterkriegers. Sein reich verzierter, silberbeschlagener Schild erlaubt eine Datierung ins frühe 8. Jahrhundert. Zu dieser Zeit bestand die Kirche schon gut 50 Jahre, wahrscheinlich als Eigenkirche der Familie des Toten.
Das Ensemble ist in der Schausammlung "LegendäreMeisterWerke" im Alten Schloss ausgestellt.

Männergrab aus Pfullingen

In einem Gutshof in Mengen wurden in einem Raum mit Fußbodenheizung Reste eines figürlichen Mosaiks gefunden, auf denen die Darstellung des Kopfes der Medusa zu erkennen ist. Dabei handelt es sich um ein Ungeheuer mit Schlangenhaaren, dessen Anblick der griechisch-römischen Mythologie nach jeden erstarren ließ. Im Glauben an die Übel abwehrende Wirkung, war das Medusenhaupt ein beliebtes Motiv in der antiken Bildkunst.
Das Mosaik ist in der Schausammlung "LegendäreMeisterWerke" im Alten Schloss ausgestellt.

Medusa-Mosaik

Die zahlreichen kleinen Fragmente dieser Wandmalerei lassen sich zu der Darstellung einer nackten Frau ergänzen, die von einem großen Seewesen und Muscheln umgeben ist. Es handelt sich dabei entweder um eine Nereide oder die Göttin Venus.
Vermutlich schmückte die Wandmalerei einst das Badegebäude der villa rustica in Meßkirch. Die Fundumstände erlauben jedoch keine genaue Zuweisung.
Das Fresko ist in der Schausammlung "LegendäreMeisterWerke" im Alten Schloss in ausgestellt.

Wandmalerei der villa rustica in Meßkirch

Die Figur zeigt einen Mann mit übergroßem Phallus, auf dessen Oberseite ein Loch zu erkennen ist. Brandspuren legen den Schluss nahe, dass der Phallus als Träger einer Kerze diente, die ehemals in einer Halterung steckte. Der Abstand zwischen der Kerze und den hervorstehenden Partien der Figur war offenbar zu gering: Die Flamme rief Schmauchspuren auf dem Paket, das sie trägt, hervor und zerstörte weitgehend die rechte Gesichtshälfte.
Die Groteske ist in der Schausammlung "LegendäreMeisterWerke" im Alten Schloss ausgestellt.

Groteske

Das Hundehalsband besteht aus sechs zusammengenieteten eisernen Einzelteilen. Die Verbindungsstege zwischen diesen wurden mit spitzen Dornen versehen. Es diente dazu, den Hund vor den Bissen anderer Tiere, insbesondere denen eines Wolfes, zu schützen.
Gefunden wurde das Halsband in einem Nebengebäude eines römischen Gutshofes bei Inzigkofen. Es ist in der Schausammlung "LegendäreMeisterWerke" im Alten Schloss ausgestellt.

Hundehalsband mit Dornen

Bei der kahlköpfigen Figur mit Buckel und großem Phallus handelt es sich um eine sogenannte Groteske. Solche kleinen Figuren mit körperlichen Gebrechen oder Abnormitäten dienten der Belustigung, hatten jedoch auch eine Übel abwehrende Funktion. Die Statuette, die schon im 1. Jahrhundert vor Christus in Alexandria hergestellt wurde, ist vermutlich ein Erbstück von besonderem Wert.
Die Groteske ist in der Schausammlung "LegendäreMeisterWerke" im Alten Schloss ausgestellt.

Groteske

Ursprünglich dienten halbmondförmige Lunula-Anhänger als Fruchtbarkeitssymbole, glaubte man doch an eine magische Beziehung zwischen Frauen und dem Mond. Dieser Glaube verlor jedoch bald an Bedeutung und die Anhänger wurden als Übel abweisende Amulette von Frauen, Männern und Kindern gleichermaßen getragen. Auch Tiere sollten damit geschützt werden.
Die Lunulakette ist in der Schausammlung "LegendäreMeisterWerke" im Alten Schloss ausgestellt.

Lunulakette

Die drei Bronzen und die Miniaturaxt wurden in Schenkenzell-Brandsteig auf dem Areal einer Straßenstation gefunden. Vermutlich handelt es sich um Votivgaben.
Die Herme zeigt den Kopf des Dionysos oder einer Mänade. Die Hunde könnten in Zusammenhang mit der Diana-Verehrung stehen, da sie als Attribute der Jagdgöttin galten. Votiväxte gehen auf vorrömische Traditionen zurück; die religiösen Vorstellungen dahinter sind unbekannt.
Das Ensemble ist in der Schausammlung "LegendäreMeisterWerke" im Alten Schloss ausgestellt.

Aufsatz in Form einer Herme, Statuetten eines Schnauzers und eines ...

Die qualitätvoll gearbeitete Statuette, deren Augen in Silber eingelegt sind, zeigt einen Silen, der Weintrauben hält. Silene zählen wie die Satyrn zum Gefolge des Bacchus, dem Gott des Weines und des Theaters. Zu ihren Erkennungsmerkmalen gehören die Stupsnase und der kahle Kopf.
Die Statuette ist in der Schausammlung "LegendäreMeisterWerke" im Alten Schloss ausgestellt.

Statuette eines Silen

Die keltische Pferdegöttin Epona wurde im 1. Jahrhundert nach Christus in Ermangelung einer Entsprechung bei den Römern in den römischen Götterhimmel aufgenommen. Sie war nicht nur die Göttin der Pferde, sondern auch der Maulesel, der Zugtiere und Ställe. Die Fuhrleute, Pferdeknechte und Reiter verehrten sie als Schutzgottheit. Epona wird entweder thronend, flankiert von Pferden, oder reitend dargestellt.
Das Relief aus Köngen ist in der Schausammlung "LegendäreMeisterWerke" im Alten Schloss ausgestellt.

Relief der thronenden Göttin Epona

Von den Beigaben einer Doppelbestattung des Friedhofs von Mochenwangen - wohl ein Erwachsener und ein Kind - sind eine Urne und Terrakotten von Pferden, Pferdeführern und einer Venus erhalten geblieben.
Warum derartige Tonfiguren mitgegeben wurden, ist umstritten. Vielleicht dienten sie als Begleiter ins Jenseits oder als Ersatz für Entgangenes zu Lebzeiten.
Die Objekte sind in der Schausammlung "LegendäreMeisterWerke" im Alten Schloss ausgestellt.

Inventar des Grabes 5/6 von Wolpertswende-Mochenwangen