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Landesmuseum Württemberg Objekte, die mit Lotto-Mitteln erworben wurden

Objekte, die mit Lotto-Mitteln erworben wurden

Dank der Unterstützung durch Lotto-Mittel konnte das Landesmuseum Württemberg bisher viele wichtige Objekte erwerben. Eine Auswahl dieser Werke finden Sie hier.

[ 97 Objects ]

Reliquienkreuz aus Kloster Kirchheim am Ries

Das Reliquienkreuz der Grafen von Oettingen ist ein eindrucksvolles Zeugnis für den Reliquienkult im Mittelalter. Aus Sorge um das Seelenheil seiner Familie stiftete Graf Ludwig XI. von Oettingen (reg. 1370-1440) das vergoldete Silberkreuz kurz nach 1422 in die Zisterzienserinnenabtei Kirchheim am Ries, die dem Geschlecht als Hauskloster und Grablege diente. Zusammen mit seiner ersten Frau Beatrix von Helfenstein und den beiden ebenfalls schon verstorbenen Söhnen aus dieser Ehe ließ sich der Stifter, das Kreuz anbetend, in kleinem Format darstellen. Wegen seiner herausragenden Bedeutung wurde das Reliquienkreuz in das Gesamtverzeichnis national wertvollen Kulturgutes aufgenommen.
Es ist in der Schausammlung "LegendäreMeisterWerke" im Alten Schloss ausgestellt.
Erworben aus Lotto-Mitteln unter Beteiligung der Museumsstiftung Baden-Württemberg.

Reliquienkreuz aus Kloster Kirchheim am Ries

Herren-Hausmantel

Bordüren aus stilisierten Blättern in goldgelber Seidenstickerei setzen auffällige Akzente bei diesem aus dem frühen Biedermeier stammenden Hausgewand für einen Herrn. Der bodenlange, weit geschnittene Mantel wird vorn mit drei zu knöpfenden Querriegeln geschlossen. Er ist aus dunkelgrünem Wollstoff gefertigt und mit einem wattierten Seidengewebe gefüttert. Als eigenständiges Kleidungsstück ist der Hausmantel oder Schlafrock seit dem frühen 16. Jahrhundert nachzuweisen. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war es durchaus üblich, in dieser "robe de chambre" auch Besucher zu empfangen. Neben kostbaren europäischen Seidenbrokaten verarbeitete man im 18. Jahrhundert auch indische Importe und orientierte sich für Details an außereuropäischen Kulturen.
Erworben aus Lotto-Mitteln.

Herren-Hausmantel

Damenkleid

Die Betonung der Taille ist eine Konstante in der Damenkleidung der Biedermeierzeit. Das Gesellschaftskleid aus hellgelbem und elfenbeinfarbenem Seidenrips hat die für die Zeit um 1830 charakteristische, an ein Stundenglas erinnernde Silhouette. Die enge Schnürung der Taille wird durch die Weite des Rocks und die Betonung der Schulterpartie - mit breitem Dekolleté und gebauschten, von Bändern und gestreiftem Futter in Form gehaltenen Ärmeln - optisch unterstützt. Auch die Verzierungen verstärken diese Wirkung: Beim Oberteil ist es die Blende mit den von der Mittelnaht aufsteigenden Falten und beim Rock die Gestaltung der farblich abgesetzten Zweiteilung in Kombination mit der Seidenstickerei.
Das Damenkleid ist im Modemuseum im Schloss Ludwigsburg ausgestellt.
Erworben aus Lotto-Mitteln.

Damenkleid

Damenkleid

Wie der in das Taillenband eingewebte Schriftzug angibt, stammt das Damenkleid aus dem Modehaus "Worth". Der Engländer Charles Frederick Worth hatte 1858 in Paris einen Modesalon eröffnet, der in den folgenden Jahrzehnten international zum Inbegriff luxuriöser Damenmode werden sollte. Die aus Rock und Jacke bestehende Damenrobe ist in einem beigegrundigen, mit gold-irisierenden Punkten gemusterten Seidengewebe gefertigt. Mit Perlanhängern besetzte Schleifen am Rock sowie Besatz aus ungemusterter Seide bilden den Schmuck. Die Silhouette der Robe wird von der Turnüre bestimmt, der mit Hilfe von einem am Körper zu tragenden Gestell erreichten Polsterung des Gesäßes.
Das Damenkleid ist im Modemuseum im Schloss Ludwigsburg ausgestellt.
Erworben aus Lotto-Mitteln.

Damenkleid

Tischuhr

Zwei Meister ihres Faches, nämlich der Uhrmacher Johann Sayller und der Goldschmied H. J. Merckle der Ältere, gestalteten diese prächtige Uhr. Das Gehäuse besteht aus massivem, teilweise vergoldetem Silber. Gerade der Verzicht auf Flächen füllenden Dekor verleiht der Uhr ein sehr elegantes Aussehen. Effektvoll kontrastieren die silbernen Gehäusewände mit den goldenen Gesimsen, Füßen und weiteren architektonischen Elementen. An den drei Zifferblätter lassen sich kalendarische und astronomische Angaben wie das Datum sowie der Sonnenlauf im Tierkreis ablesen. Unter der Kuppel ist zudem eine Monduhr angebracht. Höchst innovativ ist die Konstruktion des Uhrwerks, bei dem die Feder des Gehwerks durch eine weitere, an das Schlagwerk gekoppelte Feder aufgezogen wird.
Die Tischuhr ist in der Schausammlung "LegendäreMeisterWerke" im Alten Schloss ausgestellt.
Erworben aus Lotto-Mitteln.

Tischuhr

Halsuhr

Die nur zwei Zentimeter messende Halsuhr stammt wahrscheinlich von dem Kemptener Uhrmacher Andreas Hipp. Bekannt war Hipp vor allem für seine Miniaturuhren, die er für die großen Fürstenhäuser fertigte. Überliefert ist, dass er 1612 eine Uhr in Form und Größe einer Haselnuss für den Tiroler Hof in Innsbruck herstellte. Von all diesen technischen Wunderwerken scheint heute nur noch die Stuttgarter Uhr erhalten zu sein. Bewundernswert ist vor allem die Technik der Uhr, denn Hipp vermochte auf engstem Raum nicht nur ein Gehwerk mit Spindelhemmung unterzubringen, sondern auch ein Stundenschlagwerk, dessen Glocke durch die durchbrochene Rückseite zu hören ist.
Die Halsuhr wurde aus Lotto-Mitteln erworben. Sie ist im Uhrenkeller im Alten Schloss ausgestellt.

Halsuhr

Goldene Taschenuhr mit Repetition

Der Deckel der Taschenuhr zeigt eine junge Frau in blauer Robe mit weißem Hermelinumhang: Prinzessin Charlotte Auguste von Bayern, die 1808 den württembergischen Kronprinzen und späteren König Wilhelm I. (reg. 1816-1864) heiratete. Die Auflösung der aus Staatsräson gestifteten Ehe erfolgte nach der Abdankung Napoleons. Bereits 1816 schlossen beide neue Ehen - Charlotte ehelichte Kaiser Franz I., Wilhelm heiratete Katharina von Russland.
Die Taschenuhr ist in der Schausammlung "LegendäreMeisterWerke" im Alten Schloss ausgestellt. Erworben aus Lotto-Mitteln.

Goldene Taschenuhr mit Repetition

Großfürstin Maria Fjodorowna von Rußland geb. Sophie Dorothee von ...

Der russische Thronfolger Paul I. (reg. 1796-1801) heiratete 1776 in Sankt Petersburg die knapp siebzehnjährige Sophie Dorothee von Württemberg. Vor ihrer Vermählung trat Sophie Dorothee vom lutherischen zum orthodoxen Glauben über, nahm den Namen Maria Fjodorowna an und wurde Großfürstin von Russland. Das Paar hatte zehn Kinder und steht bis heute für die enge dynastische Verbindung zwischen dem Hause Württemberg und dem russischen Haus der Romanows.
Das Gemälde wurde aus Lotto-Mitteln erworben. Es ist im Alten Schloss ausgestellt.

Großfürstin Maria Fjodorowna von Rußland geb. Sophie Dorothee von ...

Kronprinzessin Olga von Württemberg

Die russische Großfürstin Olga Nikolajewna Romanowa heiratete 1846 den württembergischen Thronfolger und späteren König Karl (reg. 1864-1891). Außergewöhnlich schön, hoch gebildet und von weltläufiger Eleganz, wurde Kronprinzessin Olga schnell zum strahlenden Mittelpunkt des Stuttgarter Hoflebens. Darüber hinaus erwarb sie sich durch ihr großes soziales Engagement die Zuneigung der Bevölkerung.
Grandios bringt der Portraitist Franz Xaver Winterhalter die vornehme Haltung der Zarentochter ins Bild. Untätig dasitzend zeigt sie sich dem Betrachter, den sie erstaunlich nahe an sich heranlässt. Sie lächelt ihn sogar ein wenig an. Gleichwohl trifft Olgas Blick den Betrachter so, dass er "jenes Unnahbare" zur Kenntnis nehmen muss, durch das sich die Prinzessin "von allen anderen Menschenkindern" unterscheidet, wie es der Kunstkritiker Peter Pecht 1885 formulierte.
Erworben aus Lotto-Mitteln mit Unterstützung der Gesellschaft zur Förderung des Landesmuseums Württemberg.

Kronprinzessin Olga von Württemberg

Knabenanzug

Bis zur Französischen Revolution von 1789 trugen die Herren die Kniehose, die Culotte, in Kombination mit weißen Strümpfen. Als Erkennungszeichen ihrer freiheitlichen Gesinnung wählten die Revolutionäre - die Sans Culottes - stattdessen die langen weiten Hosen, die man bis dahin nur von den Arbeitern kannte. Allgemein akzeptiert wurde die uns heute so vertraute Hosenlänge erst in den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts.
Für den jugendlichen Träger des gelben Anzugs standen bei der Entscheidung für die lange Hose sicher modische Erwägungen im Vordergrund. Die enge Jacke, mit der für diese Zeit charakteristischen hohen Taillierung, der feine Seidenstoff und die auffällige Farbe lassen eher an einen Modegecken denken als an revolutionäre Ideale.
Der Knabenanzug ist im Modemuseum im Schloss Ludwigsburg ausgestellt.
Erworben aus Lotto-Mitteln.

Knabenanzug

Phonograph

Mit dem Phonographen meldete Thomas A. Edison 1877 das erste Gerät, das Musik aufzeichnen und wiedergeben konnte, zum Patent an. Zwar existierten schon zuvor Geräte, die mechanisch Musik erzeugten, beispielsweise Flötenuhren. Aber erst mit dem Phonographen wurde das Konservieren gespielter Musik möglich: Schallwellen bewegen eine Membran, so dass die an ihr befestigte Nadel die Töne als wellenförmige Erhöhungen und Vertiefungen in einen Wachszylinder einschreibt. Beim Abspielen gibt die Nadel diese Information wieder an die Membran weiter, der Klang wird durch einen Trichter verstärkt.
Der Phonograph ist im Haus der Musik im Fruchtkasten ausgestellt. Erworben aus Lotto-Mitteln.

Phonograph

Briséfächer

Noch im ausgehenden 19. Jahrhundert war die Stuttgarter Kunstakademie nur männlichen Studierenden vorbehalten. Als Gegengewicht gründeten 1893 einige Künstlerinnen den Württembergischen Malerinnenverein, dem schon im ersten Jahr 39 "kunsttreibende Damen" beitraten. Als Geschenk für Königin Charlotte von Württemberg (1864-1946), die die Schirmherrschaft für den Verein übernommen hatte, gestalteten einige der Malerinnen diesen Dekorationsfächer. Er trägt die Widmung an die Königin und die Datierung 1894. Die Stäbe des Fächers sind mit kleinen Landschaften, Blumen und genreartigen Kompositionen bemalt. In den Signaturen erscheinen unter anderem die Namen von Antonie Bronner, Johanna Koch, Anna Peters, Julie Textor und Sally Wiest. Unter dem Namen "Bund Bildender Künstlerinnen Württembergs e.V." besteht der Verein noch heute.
Der Briséfächer ist in der Schausammlung "LegendäreMeisterWerke" im Alten Schloss ausgestellt.
Erworben aus Lotto-Mitteln.

Briséfächer

Zimmermonument zum Andenken an Johann Carl von Zeppelin

1801 starb Reichsgraf von Zeppelin, der engste Freund des späteren Königs Friedrich I. von Württemberg (reg. 1797-1816). Auf Veranlassung des tief trauernden Herzogs entstand noch im selben Jahr dies höchst imposante Monument, mit dem die Erinnerung an den Freund wach gehalten werden sollte: ein Zimmerdenkmal mit der Darstellung der Trauernden Freundschaft als Bekrönungsfigur, zugleich ein Schreibmöbel, in dem Friedrich Erinnerungsstücke an den Verstorbenen aufbewahrte.
Johannes Klinckerfuß fertigte den Schrank, der Entwurf der trauernden Figur stammt von Philipp Scheffauer.
Das Zimmermonument ist in der Schausammlung "LegendäreMeisterWerke" im Alten Schloss ausgestellt.
Erworben aus Lotto-Mitteln.

Zimmermonument zum Andenken an Johann Carl von Zeppelin

Der Eingang zum Schlösschen Favorite

Das Blatt zeigt das Eingangsportal des Favorite-Gartens und im Hintergrund das Lusthaus Favorite. Die Favorite steht axial dem Alten Corps de logis des Ludwigsburger Schlosses gegenüber und bildet den Blickfang für den Nordgarten. Sie diente wie die italienischen Gartencasini, die Frisoni offenbar inspirierten, dem Herzog nur für kurze Aufenthalte bei festlichen Anlässen. Mit ihrem flachen Dach und ihren stark durchfensterten Räumen war sie vor allem ein Aussichtspunkt, von dem aus man den Park überblicken und zum Residenzschloss zurückschauen konnte. Noch heute ist die Favorite ein beliebtes Ausflugsziel und eines der bekanntesten Schlösser der Region.
Die Zeichnung wird in der Plansammlung des Landesmuseums Württemberg aufbewahrt.
Erworben aus Lotto-Mitteln erworben.

Der Eingang zum Schlösschen Favorite

Pferdegeschirr Graf Eberhards I. von Württemberg

Das bei Bad Urach gefundene Pferdegeschirr besteht aus über 100 Einzelteilen, die aus vergoldeter Bronze gefertigt wurden. Ein große Besonderheit des Geschirrs sind die mehr als 60 Anhänger, auf denen das württembergische Wappen dargestellt ist: drei schwarze Hirschstangen auf Goldgrund. Vermutlich gehörte das Pferdegeschirr Eberhard I. von Württemberg (reg. 1279-1325), der den Besitz der Grafschaft beträchtlich erweitern konnte.
Das Zaumzeug ist in der Schausammlung "LegendäreMeisterWerke" im Alten Schloss ausgestellt.
Erworben aus Lotto-Mitteln.
[Matthias Ohm]

Pferdegeschirr Graf Eberhards I. von Württemberg

Blick aus dem »Palacio del Generalife« in den »Patio de la ...

Von einem schattigen Saal aus, vorbei an einer schönen Orientalin, blickt man in einen begrünten Hof. Der Ortskundige weiß, dass dieser zu einem Hauptwerk der arabischen Architektur gehört, dem Palacio del Generalife neben der Alhambra bei Granada.
Das Gemälde wurde von König Wilhelm I. von Württemberg (reg. 1816-1864) in Auftrag gegeben und entstand für die Ausstattung der "Wilhelma", seines luxuriösen, privaten Zufluchtsorts im maurischen Stil. Es ist in der Schausammlung "LegendäreMeisterWerke" im Alten Schloss ausgestellt.
Erworben aus Lotto-Mitteln.

Blick aus dem »Palacio del Generalife« in den »Patio de la ...

Faltfächer mit Etui aus dem Besitz der Königin Olga von Württemberg

Nicht nur in der Mode, auch bei den Accessoires orientierte man sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts am Rokoko. Zur Ausstattung der Dame gehörte daher auch wieder der Fächer. Bei dessen Herstellung konnte man jetzt die neuen technischen Möglichkeiten nutzen: So ist die Spitze, die die beiden Putten und die im Zentrum dargestellte Dame umgibt, maschinell hergestellt.
Der Hinweis auf die ehemalige Besitzerin Königin Olga von Württemberg findet sich auf dem Etui.
Der Fächer ist in der Schausammlung "LegendäreMeisterWerke" im Alten Schloss ausgestellt.
Erworben aus Lotto-Mitteln.

Faltfächer mit Etui aus dem Besitz der Königin Olga von Württemberg

Gartenskulptur eines Beckenschlägers

Die Figur des jungen Musikanten mutet an, als wäre er beim Kreistanz aus der Bewegung heraus zu Stein erstarrt. Während des Ausholens mit den beiden Becken setzt er zum Sprung an. Dabei verdreht sich seine Körperachse schraubenförmig. Anzunehmen ist, dass er Teil einer Gruppe von Musizierenden war. Solche spielerisch inszenierten Ensembles von Gartenfiguren schmückten die durchgestalteten Ziergärten des Rokoko-Zeitalters. Neben Musikanten waren die Jahreszeiten, die Allegorien der Künste, Götterzyklen oder maritime Szenen als Themen sehr beliebt. Der Künstler ist wahrscheinlich im Umfeld von Ferdinand Tietz (1708‒1777) zu suchen. Dieser gehörte zu den bedeutendsten Bildhauern des süddeutschen Rokoko und bewältigte seine umfangreichen höfischen Aufträge in Zusammenarbeit mit seiner Werkstatt in Seehof, Trier und Bamberg. Einer dieser Mitarbeiter könnte den Beckenschläger im dritten Viertel des 18. Jahrhunderts geschaffen haben.
Erworben aus Lotto-Mitteln.

[Helena Bair]

Gartenskulptur eines Beckenschlägers

Elefant, einen Obelisken tragend

Die Elefantenfigur ist unter den Erzeugnissen der Ludwigsburger Manufaktur absolut einzigartig, da keine weitere ihm ähnliche Figur für diese bekannt ist. Der kleine Exot ist schwer bepackt: Auf seinem Rücken trägt er einen Obelisken, verschiedene Instrumente, eine Maske, einen Weinkrug und einen Stab. Dieser Stab, der sogenannte Thyrosstab, ist ein Attribut des Gottes Bacchus. In der Antike verehrte man Bacchus als Gott der Freude, des Weines und der sorglosen Ausschweifungen. Daher sind auch die Instrumente und der Weinkrug als Hinweise auf einen bacchantischen Themenkreis zu verstehen.
Vielleicht besteht darin auch ein Hinweis auf die Nutzung des Porzellantieres. Es wäre vorstellbar, dass der Elefant als Tafeldekoration für ein besonderes Fest am württembergischen Hof extra in Auftrag gegeben wurde.
[Saskia Watzl]

Elefant, einen Obelisken tragend

Christian Ludwig August von Vellnagel mit seiner Tochter Mathilde

Den Kopf auf die Hand gestützt, trauert Christian von Vellnagel (1764-1853) vor der Büste seiner kurz zuvor verstorbenen Tochter Charlotte (1794-1818). Dabei umarmt er seine jüngere Tochter Friederike (1812-1884), ein kleines Mädchen, das unbefangen zum Betrachter blickt.
Freiherr von Vellnagel zählte zu den einflussreichsten Politikern Württembergs zu Beginn des 19. Jahrhunderts. An der Hohen Carlsschule als Rechts- und Staatswissenschaftler ausgebildet, bekleidete er hohe Ämter. König Wilhelm I. ernannte ihn zum Staatssekretär.
Das Bild nimmt in der württembergischen Porträtmalerei am Ende des Klassizismus eine herausragende Stellung ein. Zum einen erfüllt es eine doppelte Funktion, denn das Gemälde ist sowohl ein Porträt des Vaters als auch ein Epitaph für die verstorbene Tochter. Zum anderen entspricht sein sentimentaler Ausdruck genau jener schwäbischen Form der Empfindsamkeit, die auch die Werke Danneckers in dieser Zeit kennzeichnet.
Das Gemälde wird im Depot aufbewahrt.
[Fritz Fischer]

Christian Ludwig August von Vellnagel mit seiner Tochter Mathilde

Entwurf für ein Wandbild „Württemberg in der Neuzeit“ für die ...

Im Zentrum des Bildes legt die Personifikation des Landes Württemberg, eine gekrönte Frau mit der Reichssturmfahne in der linken Hand, einen Lorbeerkranz am Altar des Vaterlandes nieder. Hinter ihr folgen Merkur, der Gott des Handels, und das geflügelte Pferd Pegasus, das die Künste repräsentiert.
Jenseits des Altars, auf der ganzen linken Bildhälfte, haben sich die Heroen der württembergischen Geschichte auf einer pompösen Treppenanlage versammelt: Herrscher wie die Herzöge Eberhard Ludwig, Ludwig Eugen und Karl Eugen sowie die Könige Friedrich und Wilhelm I., zudem Künstler wie die Dichter Hauff, Uhland und Schiller sowie der Bildhauer Dannecker.
Bei dem Gemälde handelt es sich mit größter Wahrscheinlichkeit um einen Entwurf für die Wanddekoration in der König-Karl-Halle des Landesgewerbemuseums in Stuttgart (heute: Haus der Wirtschaft). Es dokumentiert somit eines der wichtigsten, im Krieg verlorenen, historistischen Monumentalgemälde der Stadt. Daneben zeugt es vom hohen Anspruch, der mit der Gründung des Landesgewerbemuseums verbunden war und repräsentiert die Bedeutung seiner Sammlungen, die im 20. Jahrhundert in großen Teilen vom Landesmuseum Württemberg übernommen wurden und noch heute sein Profil mit prägen.
Das Gemälde wird im Depot aufbewahrt.
[Fritz Fischer]

Entwurf für ein Wandbild „Württemberg in der Neuzeit“ für die ...

Abendkleid

Das rosafarbene Prinzesskleid wurde in den 1960er Jahren im französischen Modehaus Dior hergestellt. Es ist schulterfrei, um die Taille eng geschnitten und bodenlang. Eine asymmetrisch angebrachte Schleife schmückt das Kleid. Das schimmernde Gewebe nennt man Organza, dieser Stoff wird von dem darunter liegenden Tüll gestützt. Desweiteren sind Seidenrips und Moiré verarbeitet. Der Nachfolger von Yves Saint Laurent, Marc Bohan, entwarf als neuen Chefdesigner von Dior dieses Kleid. Das kurz nach dem Krieg gegründete Modeatelier Dior wurde nicht nur in Europa (Paris) schnell berühmt sondern auch in Amerika. Die neu entstandene Mode war weiblich, elegant und, im Sinne des angesagten „New Look“ meist eng tailliert.
[Ana Sofia Suarez Lerche]

Abendkleid

Büste König Wilhelm I. von Württemberg

Die Eisenbüste Wilhelms I. in Hermenform ist eines der wenigen verbliebenen frühen Produkte der Königlich Württembergischen Erzgießerei in Wasseralfingen. Dargestellt ist der König in Unterlebensgröße kurz nach seiner Thronbesteigung 1816. Der Stuttgarter Hofbildhauer Johann Heinrich Dannecker hatte ihn vor 1820 etwa doppelt so hoch in Gips und Marmor dargestellt.
Möglicherweise war Dannecker selbst an der Fertigung des verkleinerten Gussmodells für die erst kurz zuvor gegründete Königliche Erzgießerei beteiligt. Die Gussform ist dort im Nachfolgeunternehmen bis heute in der Modellkammer vorhanden. Der König selbst erhielt ein Exemplar der ersten Gusstranche 1821 zu seinem 40. Geburtstag. Bis 1823 wurden 43 Eisenguss-Büsten des Königs sowie Friedrich Schillers verkauft. Ein Verkaufskatalog der Gießerei aus dieser Zeit bildet die Büsten ab. Heute sind nur noch je zwei Exemplare bekannt.
Die Büste wird im Depot aufbewahrt.
[Olaf Siart]

Büste König Wilhelm I. von Württemberg

Prozessionsmadonna

Die prächtig vergoldete und gefasste Madonnenfigur konnte bei Prozessionen mitgeführt werden. Dafür sprechen neben der Gestaltung der Skulptur auch Schraubenlöcher am Sockel, die vermutlich der Montage auf einem Tragegestell dienten.
Die Himmelskönigin thront auf Wolken, gestützt von geflügelten Engelsköpfen. Sie wendet sich leicht nach rechts zu den Gläubigen, die der Prozession beiwohnen. Auf ihrem Schoß sitzt der Jesusknabe, der sich segnend zu den Zuschauern auf der anderen Seite hin dreht.
Die Gruppe ist von hoher Qualität. Zu dem vornehmen, hoheitsvollen Bild der gekrönten Madonna tragen der lange, anmutig gebogene Hals und die asymmetrisch angelegte Frisur bei. In der Faltengebung, selbst auf der Rückseite der Figur, gibt es keinen Schematismus. Der Schnitzer ist unter den besten und modernsten Bildhauern seiner Zeit zu suchen.
Die Skulptur ist im Klostermuseum Bad Schussenried ausgestellt.
[Fritz Fischer]

Prozessionsmadonna